Neue Richtlinien der Stadt kommen für Neubau der Gemeinde St. Joseph zu spät

Kein Geld für neue Krippe

Baubeginn: Neben der Kindertagesstätte St. Joseph entsteht der Neubau. Wegen der mehrstämmigen Linde (rechts) musste eine Behelfszufahrt auf das Gelände gebaut werden. Foto: Herzog

Rothenditmold. Die katholische Gemeinde St. Joseph baut eine neue Kinderkrippe. In dem Anbau an die Kindertagesstätte sollen zehn Kinder im Alter unter drei Jahren betreut werden. Die Stadt Kassel wird sich an den Kosten voraussichtlich nicht beteiligen – auch nicht, nachdem die Richtlinien für Zuschüsse geändert wurden.

Ende September hatten die Stadtverordneten beschlossen, künftig auch den Neubau von U3-Einrichtungen durch freie Träger zu unterstützen. Abhängig vom Haushalt soll jede neue Gruppe mit bis zu 50 000 Euro gefördert werden.

Diese Änderung kommt für das Vorhaben in Rothenditmold allerdings zu spät. Die Bagger haben gestern mit dem Erdaushub für den zweigeschossigen Neubau neben der Kirche begonnen. Bereits laufende Bauvorhaben sind aber von der Förderung ausgenommen, erklärte Sozialdezernentin Anne Janz auf HNA-Anfrage. Die Gemeinde hätte ihren Förderantrag vor Baubeginn stellen müssen.

Doch das war Ende 2009 gar nicht möglich, als die Gemeinde die Planung begonnen hat, sagt Pfarrer Stefan Krönung. Damals gab es nämlich keine Zuschüsse von der Stadt und somit keine Möglichkeit, einen Antrag zu stellen. Eine Anfrage der Gemeinde sei abgewiesen worden.

Wichtig für den Stadtteil

Deshalb hatte sich St. Joseph entschlossen, den Neubau auch ohne städtisches Geld zu verwirklichen. „Unser Auftrag lautete, eine Krippe für Kinder zu bauen“, sagt Krönung, „und das machen wir.“ Das Angebot sei für Rothenditmold mit seinem hohen Anteil Alleinerziehender wichtig. Es werde die erste reine U3-Gruppe im Stadtteil sein, sagt Krönung.

Als die Stadt noch vor Beginn der Bauarbeiten ihre Zuschuss-Richtlinien geändert hatte, hoffte er, doch noch einen Zuschuss für die 343 000 Euro teure Krippe zu erhalten. Der Bund beteiligt sich mit 150 000 Euro an dem Neubau. Eine entsprechende Anfrage wurde am Montag aber abgelehnt.

Sozialdezernentin Janz sagte der HNA, die Anfrage werde erneut geprüft. Sie macht aber keine große Hoffnung, weil die Stadt an die Richtlinien gebunden sei. Pfarrer Krönung hält das alles für einen Schildbürgerstreich, der diejenigen benachteiligt, die sich frühzeitig um die Kinderbetreuung im Stadtteil bemüht haben. Weitere Artikel

Von Marcus Janz

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