Kein Geld: Stadt Kassel unterbricht kurzfristig die Sanierung der Schweitzer-Schule

Kein Geld: Stadt Kassel unterbricht  Sanierung der Albert-Schweitzer-Schule

+

Kassel. Vor zwei Jahren war es endlich soweit. An der Albert-Schweitzer-Schule fiel der Startschuss zur Generalsanierung. Jetzt ruhen mit einem Schlag sämtliche Arbeiten.

Sage und schreibe 35 Jahre des Erduldens, Anmahnens und Protestierens von Seiten der Schule waren vergangen, bis die Stadt Kassel das marode Backsteingebäude an der Kölnischen Straße baulich in Angriff nahm - und nun kurzfristig wieder auf Eis legte. Als Erklärung für den Baustopp verweist die Stadt als Schulträger auf ihre prekäre Haushaltslage.

„Durch die Begrenzung des Kreditrahmens in Höhe von circa 16 Millionen Euro durch das Regierungspräsidium musste eine Anzahl von geplanten und begonnenen Bauprojekten in ihrer Umsetzung zeitlich geschoben werden, so auch die Albert-Schweitzer-Schule“, sagt Stadtsprecher Hans-Jürgen Schweinsberg. Im Juli sei das vorgesehene Bauprogramm geändert und auf „vordringliche Maßnahmen beschränkt“ worden. Das ursprünglich mit 2012 anvisierte Bauende verzögert sich jetzt um insgesamt zwei Jahre.

Die Situation vor Ort: Ein Drittel des Hauptgebäudes ist entkernt. Die Schule gleicht einer Baustelle. „Wir ertragen das, aber wir leiden darunter“, sagt Schulleiter Stefan Alsenz: „Die Verzögerung der Situation tut der Schulgemeinde sehr weh.“

Dass die Unterbrechung kurzfristig kam, stellt die Schule vor ein zusätzliches Problem: In einer gemeinsamen Aktion war vor den Sommerferien der Mitteltrakt leergeräumt worden. Alte Stühle, Tische und Tafeln wurden entsorgt. Jetzt heißt es, Aula, Turnhalle und Fachräume sollten zwischenzeitlich - auch unsaniert - wieder in Betrieb genommen werden. Doch das ist ohne Mobiliar und Infrastruktur nicht möglich. Mühsam leihe man sich zurzeit von anderen Schulen Stühle aus, sagt Alsenz. Die Begrüßungsfeier für die neuen Fünftklässler in der Aula musste in diesem Jahr stehend stattfinden.

Vier Millionen Euro waren für die Sanierung der ASS ursprünglich im städtischen Haushalt vorgesehen. Weil die Bausubstanz der Ende des 19. Jahrhunderts gebauten Schule umfangreichere Arbeiten erforderte als vorgesehen, wurden vor einem Jahr weitere 1,7 Millionen Euro draufgesattelt. Der erste Bauabschnitt, die Sanierung des Osttrakts, war im Mai abgeschlossen.

Zurückgestellt ist unter anderem die Sanierung der Aula, des Lehrerzimmers und des Hausmeisterhauses. Außerdem müssen die technische Gebäudeausrüstung, Lüftungs- und Brandmeldezentrale, der Umbau von Duschen und Umkleiden sowie die statische Ertüchtigung der Decken auf den Weiterbau warten. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.