Pläne für Forstfelder Stadtteilzentrum gescheitert - Hortkinder sollen Gebäude nutzen

Kein Geld für Steul-Schule

Ungewisse Zukunft: Die Pläne für ein Stadtteilzentrum Forstfeld in der ehemaligen Heinrich-Steul-Schule hat die Stadt aufgegeben - nur die Hortkinder sollen hier einziehen. Archivfoto: Schachtschneider/nh

Forstfeld. Beratungs-, Sport- und Kunstangebote, Sprachkurse, Spielkreise, Nachbarschaftshilfe, Radio Forstfeld, ein Archiv für Stadtteilgeschichte, ein Erzählcafé - dies waren nur einige der vielen Ideen der Forstfelder Bürger dazu, wie man die seit 2011 leerstehende Heinrich-Steul-Schule nutzen kann. Die Stadt hatte die Hortkinder und Betreuung für Unterdreijährige im Auge.

Hintergrund: Die Agathofschule an der Osterholzstraße in Bettenhausen wurde 2011 wegen sinkender Schülerzahlen dichtgemacht, die Heinrich-Steul-Schule wechselte an deren Standort und heißt heute Osterholzschule.

Mit den vielen Ideen, die einzubringen die Stadt Ortsbeirat, Vereine und Verbände gebeten hatte, sind nun hinfällig. Es gibt kein Geld. Im Haushaltsplan 2012 sind keine Mittel mehr für ein Stadtteilzentrum Forstfeld vorgesehen, wie der Ortsbeirat Forstfeld während seiner jüngsten Sitzung enttäuscht und verärgert feststellte. Mehrfach hatten Judith Osterbrink, Leiterin des Jugendamtes und Gabriele Steinbach, Chefin des Schulverwaltungsamtes, ausdrücklich Anregungen und den Einsatz der Bürger sowie die Unterstützung des Ortsbeirats für das Vorhaben gefordert.

Noch im März hatte Osterbrink erklärt, mit rund 400 000 Investitionskosten Euro, die die Stadt allein tragen müsse, könne die ehemalige Schule für Lernhilfe in ein Stadtteilzentrum umgewandelt werden.

Daraus wird nichts, Osterbrink will lediglich die Hortgruppen aus der Kita Forstbachweg in dem Gebäude unterbringen, so dass Platz für die Unterdreijährigen entsteht.

Dass sich die Stadt von einem Stadtteilzentrum Forstfeld aus Kostengründen verabschiedet hat, empört den Ortsbeirat. Er kritisiert scharf, dass eine bestimmte Nutzung zugesagt und ein Konzept erarbeitet wurde und dann „stillschweigend“ kein Geld bereit gestellt wird, heißt es in seinem Beschluss.

Es sei unverantwortlich, bemängelt er weiter, dass die Stadt mit engagierter Bürgerbeteiligung dem Anschein nach, so der Vorwurf , intensiv plane und dadurch bei den Menschen der Eindruck entstehe, die Umsetzung sei realistisch und stehe kurz bevor bevor.

Ein solcher Rückzieher schädige das Vertrauen in die Verlässlichkeit politischen Handelns, kritisierte der Beirat weiter. Er wolle sich nicht an Planungen beteiligen, die sich hinterher als „Lippenbekenntnisse“ und „Luftblasen“ erweisen.

Der Ortsbeirat verlangt, dass das Projekt Stadtteilzentrum Forstfeld umgesetzt und die 400 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden. Außerdem soll die Stadt erklären, wie es mit dem leerstehenden Gebäude weitergehen soll.

Von Sabine Oschmann

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