Opernplatz-Demonstration

Friedensforum veranstaltete Syrien-Kundgebung

Gegen eine militärische Intervention in Syrien: Peter Strutynski sprach bei der Kundgebung auf dem Kasseler Opernplatz. Foto:  Zgoll

Kassel. Es gebe keine Bundesstaaten und keine größeren Städte in den USA, in denen die Menschen seit Donnerstag nicht auf die Straße gingen, um gegen ein militärisches Eingreifen in Syrien zu demonstrieren.

Überall auf der Welt protestierten Menschen in diesen Tagen gegen den drohenden Krieg im Nahen Osten, sagte Friedensaktivist Peter Strutynski am Samstagmittag auf dem Opernplatz. Das Kasseler Friedensforum hatte zu einer spontanen Kundgebung zum Auftakt des Antikriegstages am 1. September eingeladen. Etwa 100 Frauen und Männer zeigten mit ihrer Teilnahme, dass sie gegen einen militärischen Angriff auf Syriens Machthaber Baschar al-Assad sind. In diesem Kontext müsse er das „Vorgehen der deutschen Bundesregierung positiv zur Kenntnis nehme“, sagte Strutynski. Die militärische Zurückhaltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel sei bemerkenswert.

Die beiden Kommunalpolitiker Kai Boeddinghaus (Bundestagskandidat der Linken) und Dr. Rabani Alekuzei (SPD) warnten in kurzen und engagierten Redebeiträgen vor einem Angriff. Dadurch würden möglicherweise Assad und seine Kumpanen getroffen, sagte Boeddinghaus. Auf alle Fälle würden aber Zivilisten zu Opfern. „Ein Eingreifen des Westens bedeutet Eskalation.“ Deutschland müsse dem syrischen Volk, das unter dem Bürgerkrieg leide, durch diplomatische Bemühungen und Flüchtlingshilfe, die natürlich auch Geld koste, unterstützen.

Fotos: Friedenskundgebung auf dem Opernplatz

Friedenskundgebung auf dem Opernplatz

Sozialdemokrat Alekuzei, der seine Heimatstadt Kabul vor 35 Jahren verlassen hat, sagte, „Krieg ist kein richtiges Mittel, um Konflikte zu lösen“. In Afghanistan werde seit 35 Jahren Krieg geführt, ein Stellvertreterkrieg, der von anderen Mächten in das Land exportiert worden sei. Alekuzei forderte zudem, dass Waffenlieferungen in diese Länder nicht mehr stattfinden dürfen. (use)

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