Apothekerin sind Räumlichkeiten gekündigt worden

Kein Platz mehr für Corona-Testzentrum am Bahnhof Wilhelmshöhe in Kassel

Würde auf den Bahnhofsvorplatz gern einen Testcontainer aufstellen: Die Pläne von Apothekerin Angela Müller-Rebstein (Landgraf-Karl-Apotheke) scheinen nicht aufzugehen.
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Würde auf den Bahnhofsvorplatz gern einen Testcontainer aufstellen: Die Pläne von Apothekerin Angela Müller-Rebstein (Landgraf-Karl-Apotheke) scheinen nicht aufzugehen.

Apothekerin Angela Müller-Rebstein aus Bad Wilhelmshöhe befürchtet, dass sie bald keine Coronatests mehr anbieten kann. Grund: Ihr wurde die Räumlichkeit gekündigt.

Kassel - Ob sie als Ersatz einen Testcoantainer vor dem Bahnhof Wilhelmshöhe aufstellen darf, ist noch unklar. Wenn eine Apotheke die Wünsche und Anliegen ihrer Kunden ernst nehme, dann habe sie viele Aufgaben zu erledigen, sagt Müller-Rebstein, Chefin der Landgraf-Karl-Apotheke am Bahnhof Wilhelmshöhe.

Vor allem seit Ausbruch der Coronapandemie seien sie und ihre Kollegen vor Herausforderungen gestellt worden. Desinfektionsmittel mussten besorgt beziehungsweise hergestellt werden, dann waren plötzlich medizinische Masken und FFP2-Masken gefragt, dann gab es die Nachfrage nach Corona-Selbsttests und seit Monaten sind Testungen in Testcentern gefragt.

Auch Apothekerin Müller-Rebstein eröffnete im Frühjahr ein Testcenter. Um das Personal in der Apotheke nicht mit dem Personal beim Testen zu durchmischen, mietete sie ein leer stehendes Ladengeschäft am Vorplatz des Bahnhofs Wilhelmshöhe, nur wenige Schritte von ihrer Apotheke entfernt.

Der Laden habe vier Jahre lang leer gestanden und sei ideal für das Testen gewesen, da er von beiden Seiten belüftet werden kann, so die Apothekerin.

Nachdem das Testcenter, in dem zehn Personen im Schichtdienst arbeiten, gut angenommen worden sei, hätte sich beim Vermieter ein Interessent gemeldet, der den Laden jetzt für fünf Jahre mieten wolle. Das habe zur Folge, dass ihr der Läden für Ende September gekündigt worden ist.

Zunächst habe sie bei der Deutschen Bahn angefragt, ob sie ein leer stehendes Geschäft im IC-Bahnhof für das Testcenter mieten könne, so Müller-Rebstein. Dort habe sie aber nur die Antwort bekommen, dass man keine Testung im Bahnhof wolle, weil dadurch kranke Menschen angezogen würden. Dabei würden in ihrem Testcenter nur Menschen ohne Symptome getestet, so die Apothekerin. Sie weist zudem daraufhin, dass es für Reisegruppen, die mit der Bahn nach Kassel kommen, mitunter von Bedeutung ist, dass sie sich vor Ort schnell testen lassen können. Der Bedarf nach Schnelltests sei nach wie vor da, so Müller-Rebstein. Auch bei den Schülern und bei jenen Menschen, die sich aufgrund einer Krankheit nicht impfen lassen könnten. Die Bahn habe sie an die Stadt verwiesen.

Anschließend ist Müller-Rebstein die Idee gekommen, auf dem Bahnhofsvorplatz einen Testcontainer aufzustellen, wie es ihn bereits in anderen Städten auch vor Apotheken gibt. Allerdings hat sie dafür immer noch keine Genehmigung von der Stadt Kassel bekommen. Abwechselnd habe sie deshalb mit dem Gesundheits-, Bau- und Ordnungsamt Kontakt gehabt, sagt die Apothekerin. Dabei sei die Zeit knapp. Wenn sie die Genehmigung bekommen habe, einen Testcontainer auf dem Vorplatz aufzustellen, müsse sie ihn schließlich auch noch bestellen.

Eine Genehmigung von der Stadt ist nicht in Sicht: Der Vorplatz des IC-Bahnhofs befinde sich zu über 90 Prozent im Eigentum der Bahn, teilt Stadtsprecherin Simone Scharnke gestern am späten Nachmittag auf Anfrage mit. Aus diesem Grund habe die Stadt Kassel der Apothekerin Kontaktdaten der Deutschen Bahn übermittelt, damit diese dort nach einem geeigneten Standort für diesen Test-Container nachfragen könne. „Der geringe städtische Anteil des Platzes kann für das Anliegen der Antragstellerin leider nicht genutzt werden, da hierfür bereits eine andere Nutzungsgenehmigung erteilt wurde“, so die Sprecherin.

Von der Bahn habe sie die Auskunft bekommen, dass die Stadt Kassel für den Vorplatz zuständig sei, sagt die Apothekerin. Die Bahn will sich am heutigen Donnerstag zu der Sache äußern, kündigte eine Sprecherin an. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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