Straße zu eng – Probleme für Anwohner im Fasanenhof

Kein Platz mehr zum Parken - Ordnungsamt greift strenger durch

Marina und Dennis Karl stehen im Stadtteil Fasanenhof an der Ecke Rauchstraße und Kolitzstraße. Dort wird seit Kurzen strenger vom Ordnungsamt kontrolliert.
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Verärgert über das Vorgehen des Ordnungsamtes: Marina und ihr Bruder Dennis Karl haben nun Probleme, einen Parkplatz vor ihrem Haus zu finden.

Für Anwohner im Kasseler Stadtteil Fasanenhof wachsen Parkplatzsorgen. Die Rauchstraße ist zu eng, um dort eine Auto anzustellen. Jahrelang wurde das geduldet. Nun greift das Ordnungsamt aber strenger durch.

Irritiert bis aufgebracht – so lässt sich die Gefühlslage zahlreicher Anwohner im Kasseler Stadtteil Fasanenhof beschreiben. In der Rauch- und Kolitzstraße geht das Ordnungsamt seit Kurzem gezielter gegen Parksünder vor. Was es für Familien wie die Karls fast unmöglich macht, einen Platz in der Nähe des eigenen Hauses zu finden. „Jahrzehntelang wurde die Situation geduldet“, sagt Marina Karl.

Doch seit vergangenem Freitag hagele es Knöllchen. Mehrere Autos seien abgeschleppt worden.

Dabei geht es der 61-Jährigen und ihrem Bruder Dennis nicht um das aktuell ausgeschilderte Halteverbot, das wegen Bauarbeiten gilt. Das Problem besteht darin, dass die Rauchstraße sehr schmal ist. Durch abgestellte Fahrzeuge entstünden „nicht akzeptable Engstellen“, sagt ein Sprecher der Stadt. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) sei das Halten an solchen Stellen verboten: „Die StVO spricht von einer Engstelle, wenn durch parkende Fahrzeuge die Restfahrbahnbreite auf unter 3,05 Meter verringert wird.“

Marina und Dennis Karl können zwar nachvollziehen, dass sich die Parksituation ändern müsse. Allerdings beschweren sie sich über die Vorgehensweise, die sie eine „Hau-Ruck-Aktion“ nennen: „Wir wurden vorab nicht informiert“, sagt Dennis Karl. Zumal nicht jeder diese 3,05-Meter-Regel kenne. Hinweisschilder oder dergleichen seien nie aufgestellt worden: „Und ich lebe seit mehr als 50 Jahren hier.“ Von heute auf morgen habe das Ordnungsamt plötzlich durchgegriffen.

Diese Kritik weist die Stadt zurück. In den zurückliegenden Monaten hätten sich Anwohner vermehrt über geparkte Autos beschwert. Und: Bereits in der Vergangenheit sei kontrolliert und seien Verstöße geahndet worden: „In Einzelfällen bei deutlicher Unterschreitung der Restfahrbahnbreite wurden PKW auch abgeschleppt“, sagt Sprecher Michael Schwab.

Von daher könne von einer Hau-Ruck-Aktion am vergangenen Wochenende nicht die Rede sein, ergänzt der Stadtsprecher. Denn die Fahrzeugführer seien zum Umparken aufgefordert worden: „Konnten diese Fahrer nicht erreicht werden, wurden die Fahrzeuge aufgrund der Herbeiführung einer Gefahrenstelle abgeschleppt.“ Zum Teil habe die gemessene Restfahrbahnbreite in Höhe der betroffenen Fahrzeuge weniger als 2,6 Meter betragen.

Für Marina und Dennis Karl ein schwacher Trost. Sie schätzen, dass nun etwa 40 Parkmöglichkeiten wegfallen. Und sie denken dabei auch an die zahlreichen älteren und gehbehinderten Menschen, die in dem Wohngebiet leben würden. Außerdem: „Wenn wir jetzt in angrenzende Straßen ausweichen müssen, wird sich dort die Parksituation verschlechtern“, sagt Marina Karl.

Mehr als 50 Unterschriften innerhalb der Nachbarschaft hat sie bereits gesammelt. Ein Brief soll an Oberbürgermeister Christian Geselle geschickt werden. Nicht nur Familie Karl fordert von der Stadt eine Alternative. Eine Lösung.

Aus dem Rathaus heißt es allerdings, dass das Problem nicht an fehlenden öffentlichen Parkmöglichkeiten liege, „sondern vielmehr an einer temporären Nutzung durch Fahrzeugführer, die nicht im Fasanenhof wohnen“, zum Beispiel Menschen, die in der näheren Umgebung zur Arbeit gehen, etwa im Klinikum – das gilt zudem für Besucher. Aber die dürfen in der Rauchstraße jetzt auch nicht mehr parken. Marina Karl jedenfalls bezeichnet die jetzige Situation als „nicht haltbar“. (Robin Lipke)

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