Naturschutzbehörde lehnt 3D-Landschaft ab – Ortsbeirat fordert erneute Gespräche

Kein Projekt in Döllbachaue

Rothenditmold. Zum zweiten Mal hat die Obere Naturschutzbehörde die von der Stadt geplante 3D-Bewegungslandschaft im Landschaftsschutzgebiet Döllbachaue in Rothenditmold abgelehnt.

Die beim Regierungspräsidium angesiedelte Obere Naturschutzbehörde habe die Anlage als Sportgerät eingestuft. Das berichtete Frank Kresse vom städtischen Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz dem Ortsbeirat Rothenditmold. Der Ortsbeirat, der die Bewegungslandschaft einstimmig befürwortet, bittet nun in einem Beschluss den Magistrat der Stadt Kassel sich dafür einzusetzen, das Projekt doch noch umzusetzen. Außerdem stimmte das Gremium für dafür, die Mitfinanzierung des Projekts über Mittel aus dem des Bund-Länder-Sanierungsprogramm „Soziale Stadt“ zu gewährleisten. Nach Schätzung von Jens Freitag von TEO Industriedesign kostet das Projekt etwa 70 000 Euro. Freitag hat das Konzept zur Bewegungslandschaft als Pilotprojekt für Rothenditmold konzipiert.

Bei der 3D-Bewegungslandschaft handelt es sich um einen reliefartigen Strukturboden aus wasserdurchlässigem Gummigranulat, der in der Döllbachaue parallel zum Weg in Richtung Innenstadt auf einer Länge von 75 Metern angelegt werden soll. Der Reliefboden sei kein klassisches Sportgerät. Vielmehr trainiere und fördere das Gehen auf dem unwegsamen Gelände unter anderem die Bewegungsentwicklung und schule zudem den Gleichgewichtssinn, sagte Freitag. So könne die Bewegungslandschaft auch zu Vorbeugung von Stürzen beitragen.

Als Alternative zur Döllbachaue hatte die Obere Naturschutzbehörde laut Kresse drei andere Orte im Stadtteil als Standort für die Bewegungslandschaft vorgeschlagen: auf dem Sportplatz in der Mittelfeldstraße, auf der Festwiese hinter der Valentin-Traudt-Schule oder im Rothenbergpark neben dem Anne-Frank-Haus. Von diesen Alternativen sei jedoch keine annähernd so gut geeignet wie die Döllbachaue. Darüber sind sich der Ortsbeirat und Freitag einig.

In einem Gespräch mit der Oberen Naturschutzbehörde werde sich jetzt Regula Ohlmeier, Leiterin des städtischen Umwelt- und Gartenamtes, noch einmal für die Bewegungslandschaft in der Döllbachaue einsetzen, berichtete Kresse.

Von Monika Puchta

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