Kein Umsonst-und-draußen-Festival des Schlachthofs

Festival "Mind the Gap" im Nordstadtpark fällt auch diesen Sommer aus

Neue Attraktion in der Nordstadt: Die Architekturstudenten (von links) Anatol Rettberg, Pascal Simon und David Becker haben aus 150 Europaletten eine Lounge-Bar im Biergarten des Schlachthofs gebaut. Foto: Lohr

Kassel. Vor zwei Jahren schien es, als würde aus dem Umsonst-und-draußen-Festival des Schlachthofs eine Tradition. 8000 Besucher machten die dritte Auflage von Mind the Gap im Nordstadtpark zu einer einzigartigen Mischung aus Rock am Ring und Familienfest im Grünen.

Nun wird es langsam zur Tradition, dass die Attraktion nicht stattfindet. Im zweiten Jahr in Folge muss das Kulturzentrum das Festival ausfallen lassen, wie Christine Knüppel und Wolfram Benczek vom Schlachthof mitteilten. Im Vorjahr waren es fehlende Sponsoren und die starke Konkurrenz durch das Stadtjubiläum, die die Organisatoren zum Rückzug zwangen. Diesmal sind es mehrere Gründe. Trotzdem soll Mind the Gap 2015 wieder zum Treffpunkt für alle werden.

Ein Grund für das Aus in diesem Sommer sind die Anwohner, die sich nach der bislang letzten Auflage wegen des Lärms beschwert hatten. Mit Technikern und den zuständigen Amtsleitern im Rathaus haben die Veranstalter Lösungen gesucht – allerdings erst relativ spät. Weil dann auch noch Schlachthof-Mitarbeiter längerfristig ausfielen, wurde die Zeit bis zum Termin am letzten August-Wochenende knapp. „Wir wollten es nicht kleiner machen und auch nicht an einen anderen Ort ausweichen“, sagt Benczek. „Mind the Gap gehört in den Nordstadtpark“, findet Knüppel, die bei Gesprächen im Rathaus und bei Sponsoren festgestellt hat, dass „die Stadt das Festival will“.

Bis zur nächsten Auflage 2015 gibt es erst einmal eine andere Attraktion: Die Architekturstudenten David Becker, Anatol Rettberg und Pascal Simon haben aus 150 Europaletten eine coole Lounge-Bar für den Biergarten gebaut, die selbst auf der documenta ein Renner wäre.

Selbst das Unwetter vorige Woche hat der ebenso schlichten wie schönen Konstruktion nichts ausgemacht. Ein Team aus Studenten sorgt dafür, dass die Bar mit Strand-Feeling den ganzen Sommer über täglich von 16 bis 23 Uhr geöffnet ist. Zudem soll es Livemusik geben. Dazu haben die drei Studenten eine multifunktionale Bühne konzipiert, deren Elemente auch als Stehtische genutzt werden können.

Und schließlich hat Schlachthof-Mitarbeiter David Zabel eine WM-WG eingerichtet, in der sämtliche Spiele gezeigt werden und in der sich alle Kulturen treffen. Am Sonntag feuerten etwa zwölf Ecuadorianer ihre Mannschaft gegen die Schweiz an. Es war ein bisschen wie bei Mind the Gap.

Von Matthias Lohr

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