Stadtverordnete lehnen Antrag ab

Kein Lob für Sekretärin aus dem Rathaus

Kassel. Die Rathaussekretärin Cornelia Harig, die ein Fehlverhalten der ehemaligen Revisionsamtsleiterin Jutta Bott aufdeckte, erhält dafür kein Rückhalt der Stadtverordneten. Ein entsprechender Antrag von Jörg-Peter Bayer (Piraten), die Stadtverordneten mögen Harig „für ihr mutiges und engagiertes Verhalten“ ihre Anerkennung aussprechen, wurde mehrheitlich abgelehnt.

Nur die Fraktion „Freie Wähler / Demokratie erneuern“ stimmte mit Bayer. Die CDU enthielt sich.

Harig hatte im Sommer 2012 offenbart, dass ihre Chefin, die frühere Revisionsamtsleiterin Jutta Bott, ihre Doktorarbeit von einer Sekretärin während deren Arbeitszeit abtippen ließ. Weil sich Harig, die inzwischen im Vorruhestand ist, mit ihren Beobachtungen auch an die Fraktionen gewandt hatte, wurde sie von der Stadt abgemahnt. Sie habe damit gegen ihre Verschwiegenheitspflichten verstoßen, begründete die Stadt die Abmahnung.

Derzeit läuft vor dem Kasseler Arbeitsgericht ein Verfahren, in dem sich Harig gegen die Abmahnung wehrt. Inzwischen hatte die Stadt bereits angeboten, die Abmahnung in eine Ermahnung umzuwandeln. Aber auch eine Ermahnung will Harig nicht akzeptieren.

Nachdem das Fehlverhalten von Jutta Bott bekannt wurde, wurde diese im Herbst 2012 als frisch gewählte Kämmerin der Stadt Osnabrück sofort wieder abgewählt. Bott hatte zu diesem Zeitpunkt gerade vom Kasseler ins Osnabrücker Rathaus gewechselt. (bal)

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