Seit Mittwoch gibt es auch kein Wasser mehr

Kein Strom für Wohnmobile: Betreiber zahlte wohl Rechnungen nicht

Schwierige Situation ohne Strom: Wohnmobilistin Susanna Zannin aus Italien ist öfters zu Besuch in Kassel. Die Italienerin findet es sehr schade, dass es in dieser Stadt nur diesen Platz für Wohnmobile gibt. Foto: Malmus

Kassel. Ingo Rachel, Aussteller bei der Herbstausstellung in den Kasseler Messehallen, ist das ganze Jahr mit seinem Wohnmobil unterwegs. Er fährt von Messe zu Messe. Dass auf einem Wohnmobilplatz aber plötzlich der Strom abgestellt wird, so etwas habe er noch nie erlebt.

Bis zum Mittwochnachmittag. Gegen 16 Uhr seien Mitarbeiter der Städtischen Werke auf den Stellplatz an der Giesenallee gekommen und hätten den Strom abgestellt. Wasser kann man seitdem auch nicht mehr an einer Säule zapfen.

Mehrere verärgerte Wohnmobilnutzer haben darüber berichtet. So auch Aussteller Franz Drescher. „Der Betreiber des Platzes hat seine Stromrechnungen nicht bezahlt“, sagt Drescher. Er habe mehrmals versucht, den Mann, dem auch der gegenüberliegende Campingplatz gehört, auf dem Handy zu erreichen. „Der geht aber nicht ans Telefon.“

Auch Versuche der HNA am Donnerstag, Kontakt mit Sascha Weimann, Pächter der Wohnmobilfläche, aufzunehmen, scheiterten. Er ging nicht ans Telefon und reagierte auch nicht auf das Klingeln am Campingplatz. Der ist seit Jahren geschlossen.

Nach Angaben von Wohnmobilnutzern wurde auf dem Platz aber nicht nur der Strom abgedreht, sondern auch ein Zähler ausgebaut. Ingo Pijanka, Sprecher der Netzgesellschaft der Städtischen Werke, teilt auf Anfrage mit, dass er sich aus juristischen Gründen zu dem konkreten Fall nicht äußern darf, sondern nur allgemeine Angaben machen könne. Mitarbeiter der Städtischen Werke würden nur dann den Strom abstellen, wenn ein Kunde seine Rechnungen nicht gezahlt hat und Rückstände aufgelaufen seien. Sollte man darüber hinaus feststellen, dass ein Kunde einen Zähler eigenmächtig entsperrt, indem er Plomben an einem Stromzähler entfernt habe, dann werde man diesen entfernen. In solch einem Fall würden die Werke auch eine Strafanzeige erstatten.

Ralf Umbach, Geschäftsführer der Messegesellschaft, hat von den betroffenen Ausstellern von dem abgestellten Strom erfahren. „Das ist ein dicker Hund und eine schlimme Situation für die Stadt“, sagt Umbach. Zumal demnächst wieder große Ausstellungen (Rammler und Hunde) in den Messehallen stattfinden, bei denen Aussteller auf den Wohnmobilplatz angewiesen sind.

Susanna Zannin aus Italien ist keine Ausstellerin, aber mit ihrem Wohnmobil öfters in Kassel, um ihre Kinder zu besuchen. Der abgestellte Strom sei schon ein Problem. Zudem findet sie es sehr schade, dass es in Kassel nur diesen einen Platz gebe. Dabei sei die Stadt doch so schön, schwärmt die Italienerin.

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