Stadt speckt Pläne deutlich ab

Fehlende Förderung: Keine Fahrradstraße auf dem Auedamm

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Der 3,5 Millionen Euro teure Radweg zwischen Damaschkebrücke und Orangerie wird nicht gebaut.

Kassel. Absage für den umstrittenen Umbau des Auedamms: Der 3,5 Millionen Euro teure Radweg zwischen Damaschkebrücke und Orangerie wird nicht gebaut. Stattdessen wird es einen drei Meter breiten Gehweg geben, der auch von Radfahrern genutzt werden kann und mit einem Zusatzschild gekennzeichnet wird.

Am Hiroshima-Ufer wird zudem ein eigener 2,50 Meter breiter Radweg für beide Richtungen angelegt. Die Kosten für den Auedamm werden nun auf 800 000 Euro beziffert.

Die Stadt hat ihre Pläne abgespeckt, weil sie keine Fördermittel erwarten kann. Vom Tisch ist auch die Idee, den Auedamm als Fahrradstraße auszuweisen. Sie erfülle nicht die Voraussetzungen, sagte der kommissarische Baudezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD) auf eine entsprechende Anfrage der CDU nun im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr. Die Stadt sehe auch keine Möglichkeit, das Verkehrsaufkommen von 6800 Fahrzeugen am Tag zu verringern. Der Auedamm seie eine wichtige Querverbindung zwischen der Südtangente und dem Steinweg. Ihn als Einbahnstraße auszuweisen, sei nicht sinvoll. Dies hätte in der Regel lediglich zur Folge, dass mit höherem Tempo gefahren werde.

Die Stadt sieht durch den Bau des Auebades auch keinen Bedarf an zusätzlichen Parkplätzen. Selbst wenn man eine Verdoppelung der Besucherzahlen der Hallenbäder Mitte und Ost zugrunde lege sowie um ein Drittel höhere Zahlen als beim alten Auebad, reichten die Parkplätze am Auedamm aus. Nur ganz selten, wenn Buga-Gelände, Karlsaue und Auebad sehr gut besucht sind, wird es laut Barthel zu Problemen kommen. Allerdings wolle man zugunsten des sensiblen Landschaftsraums, der begrenzten Grundstücksfläche für das neue Kombi-Bad und des unverhältnismäßig hohen finanziellen Aufwands auf weitere Parkplätze verzichten.

Im Umkreis von 300 Metern um das Auebad stehen laut Barthel 280 öffentliche Stellplätze zur Verfügung, im Umkreis von 500 Metern 464. Zudem böten sich die öffentlichen Parkplätze an den Giesewiesen und am Steinweg als Park-and-Ride-Plätze an. Angesichts der zu erwartenden Besucherzahlen seien an den meisten Öffnungstagen 49 Stellplätze für den Hallenbad- und 67 für den Freibadbereich nötig. Dieses Nachfrage könne leicht gedeckt werden.

Entlastung erwartet die Planer im Rathaus auch durch eine verbesserte Busanbindung des Auebades.

Von Ellen Schwaab

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