Hilgen: Viele Unterlagen im Krieg verloren

Keine Akten zu Kunst nach 1933

Kassel. Die Debatte über den Umgang mit Kunst im Dritten Reich hat die Kasseler Stadtverordnetenversammlung erreicht. Die CDU-Fraktion wollte im Kulturausschuss wissen, welche Kenntnisse es über politisch-ideologisch motivierte Verkäufe oder Schenkungen aus städtischem Besitz zwischen 1933 und 1945 gibt.

Oberbürgermeister Bertram Hilgen antwortete für den Magistrat: „Wir haben nur sehr rudimentäre Kenntnisse.“ Viele Unterlagen, etwa Kataloge, aber auch Kunstwerke selbst, seien in den Kriegswirren verloren gegangen oder bei Bombenangriffen vernichtet worden. Von den Objekten im Bestandsverzeichnis 1930-32 sei in der Übersicht von 1965 „fast nichts mehr verzeichnet“, so Hilgen. In einer Magisterarbeit sei kürzlich dargestellt worden, dass einige Kunstwerke nach 1933 an Dauerleihgeber zurückgegeben worden seien, „aber einen Einblick in den Gesamtumfang haben wir nicht“.

Um die berechtigte Frage nach dem Verbleib städtischen Kunstbesitzes zu beantworten, sei eine längerfristige Forschungsarbeit notwendig. „Eine spannende Frage“, so Hilgen, aber: „Eine Frage von Ressourcen. Da wird man Geld in die Hand nehmen müssen.“ (vbs)

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