Grüne sehnen sich nach ihrem Wahlerfolg für mehr Verantwortung gerüstet

Kassels Grüne nach ihrem Wahlerfolg: Keine Angst vor der Arbeit

Andreas Jürgens

Kassel. Die Grünen haben allen Grund zum Jubeln. Sieben Sitze mehr in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung und über 60 statt 35 Ortsbeiratsmitglieder bedeuten aber auch, dass jede Menge Arbeit auf sie zukommt. Und Verantwortung.

Die Grünen stellen nun 17 Stadtverordnete und sind nach der SPD (26) zweitstärkste Fraktion. Sie haben damit viel mehr Gewicht.

Die Frage ist, wie sie die vielen neuen Aufgaben stemmen wollen. Bange ist ihnen nicht. „Ich habe keine Zweifel, dass wir das hinkriegen“, sagt der Kasseler Vorsitzende Dr. Andreas Jürgens. Ob die Grünen auch Ambitionen auf einen weiteren Magistratsposten haben, lässt er offen. Zunächst müsse man mit der SPD reden, die sich offenbar Zeit lässt. „Ich wäre froh, wenn überhaupt die Bereitschaft bestünde, über die künftige Zusammenarbeit zu sprechen“, sagt Jürgens. Schließlich sei mit dem Wahlergebnis ganz klar ein rot-grüner Gestaltungsauftrag verbunden.

„Es wird viel Arbeit. Aber wir sind bereit, sie zu leisten“. erklärt der Grünen-Chef. Personalprobleme befürchetet er nicht. Bei der Aufstellung der Wahlliste habe man darauf geachtet, dass die ersten 20 Plätze mit Kandidaten besetzt wurden, die Lust auf kommunalpolitische Arbeit haben. Dass nun welche abspringen könnten, die von der Wahl ins Stadtparlament kalt erwischt wurden, sei deshalb nicht zu erwarten. Schon eher ein pragmatischer Umgang mit dem Erfolg.

Möglicherweise werden die Grünen auf den Vorsitz im Ortsbeirat Vorderer Westen verzichten, obwohl sie dort die stärkste Fraktion stellen. Spitzenkandidatin Annegret Höhmann will sich zumindest noch nicht festlegen. „Das müssen wir noch besprechen.“ Höhmann verweist auf die gute Zusamenarbeit mit der SPD. „Wir sind die stärkste Fraktion“, sagt sie. Der bisherige Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph (SPD) habe die meisten Stimmen bekommen.

Der Einstieg ins kommunalpolitische Geschäft dürfte vor allem den Neulingen schwer fallen. Hier will die Partei Hilfestellung geben. Jürgens spricht von einem Schnupperkurs, den man auf jeden Fall anbieten wolle. Mit Karin Müller, Dieter Beig, Helga Weber und anderen stünden den Neuen erfahrene Stadtverordnete zur Seite. Sie machten etwa ein Drittel der neuen Fraktion aus. Ein weiteres Drittel habe bereits eine Legislaturperiode hinter sich. „Aber uns ist schon klar, dass jede Gruppe wieder bei Null anfangen muss“, sagt Jürgens.

Zum ersten Klausurtreffen am kommenden Sonntag sind auch drei potenzielle Nachrücker eingeladen. Denn noch ist unklar, wer in den ehrenamtlichen Magistrat gehen wird. Am Sonntag wollen die Grünen auch den neuen Fraktionsvorstand wählen und die Besetzung der Ausschüsse, Aufsichts- und Beiräte klären. Gernot Rönz soll die Fraktion wieder führen. „Er hat das gut gemacht“, sagt Jürgens.

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