Wenige Besucher bei Infoabend zur Goethestraße: Kritische Fragen nur zu Details

Keine Angst vor Baustelle

Andreas

Vorderer Westen. Eineinhalb Jahre Großbaustelle, tiefe Baugruben, teilweise Straßensperrungen: Die Anlieger von Germania- und Goethestraße scheinen dem Stress, der durch den Umbau der beiden Straßen bis ins Jahr 2013 auf sie zukommt, gelassen entgegenzusehen. Zumindest vermittelte jetzt der gemeinsam von der Stadt, dem Entwässerungsbetrieb KEB und den Städtischen Werken veranstaltete Infoabend diesen Eindruck.

Die meisten Plätze in der Aula der Luisenschule blieben leer, nur gut 30 Gäste nutzten die Chance, sich bei Sachbearbeitern, Bauleitern und Planern zu informieren.

Vielleicht lag das geringe Interesse aber auch daran, dass bei der Veranstaltung die Frage, wie stark die Anlieger für den Straßenbau zur Kasse gebeten werden, außen vor blieb. Mit den Berechnungen „sind wir noch nicht so weit“, sagte Carlo Frohnapfel vom Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalpflege. Dazu gebe es im Herbst einen weiteren Infoabend.

Lob für die Planung

Statt handfester Kritik an dem Millionenprojekt, das die Geschäftsmeile und das Wohnquartier entlang der beiden Straßen aufwerten soll, gab es sogar ein großes Lob. „Da ist ein großer städtebaulicher Entwurf gelungen“, sagte Andreas Schmitz, Anlieger der Goethestraße und Vorsitzender des Vereins West e.V. Die Arbeiten starten am 4. Juli an der Germaniastraße in Höhe der Herkulesstraße.

Kritische Anmerkungen kamen nur wenige aus dem Publikum. Marianne Schoppan fragte, ob es denn genügend Durchgänge entlang der geplanten Promenade auf die Goethestraße geben werde. Sie befürchtet, dass die Anlieger sonst viel längere Wege haben. Alle 20 Meter sei ein Durchgang auf die Straße vorgesehen, antwortete Architekt Andreas Schmidt-Maas (Planungsgemeinschaft PLF). Mehr sei nicht drin, weil das sonst zulasten der Parkplätze ginge. Jörg Sachse, Anlieger der Goethestraße, bemängelte die vorgesehenen grauen Betonplatten auf der Promenade. „Das ist nicht so schön.“ Diese Platten seien in Kassel aber durchaus üblich, entgegnete der Architekt. Außerdem sei das auch eine Kostenfrage. Die Platten würden außerdem durch Traufrinnen aus Basaltpflaster aufgelockert.

Im Rahmen der Kanalbauarbeiten werden einige Anlieger schon bald unangenehme Post erhalten. Diejenigen, deren Hausanschlüsse so marode sind, dass sie aufgegraben werden müssen, werde man in Kürze anschreiben und ein Angebot zur Sanierung machen, kündigte Frank Koch (KEB) an.

Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph (SPD) warnte davor, angesichts der geringen Resonanz davon auszugehen, dass die Anlieger, insbesondere die Geschäftsleute, keine Probleme hätten. Mit Letzteren führe man schon Einzelgespräche, versicherten Vertreter der Stadt. (pdi)

Fotos: Dilling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.