Zimmerer ermittelten ihren Besten - Kassel ist zum Kompetenzzentrum gekürt worden

Keine Angst vorm Hexenschnitt

Mit Tempo und Genauigkeit: Der spätere Superzimmerer Sebastian Luib (20, von links) zeichnet einen Winkel an. Seine Kollegen Eric Zecchin (20, Fulda) und Leopold Reinsch (Waiblingen, 19) grübeln noch über der Konstruktionszeichnung. Foto: Dilling

Kassel. Sebastian Luib hatte eine weite Anreise aus dem heimatlichen Bad Saulgau im südlichen Oberschwaben nach Kassel. Dort wurde am Wochenende im Bundesbildungszentrum für das Zimmerer- und Ausbaugewerbe (Bubiza) „Deutschlands Superzimmerer ermittelt“. Deshalb war es ihm die Reise wert. „Ich wollte sehen, wo ich stehe und ob ich auch unter Zeitdruck noch gute Arbeit produziere“, sagte der angehende Zimmergeselle.

Jetzt weiß er, dass er nicht nur gut, sondern sogar spitze ist: Luib, dessen Eltern einen Zimmerbetrieb führen, ist der neue Superzimmerer, Sieger unter 16 Finalisten, die sich in verschiedenen Disziplinen der Jury stellten. Auch der komplizierte so genannte Hexenschnitt, den man bei einer verwinkelten Holzkonstruktion für ein Dach beherrschen muss, ging ihm leicht von der Hand.

Handarbeit und Geschicklichkeit sind auch im Zeitalter computergesteuerter Säge- und Schneidemaschinen bei den Zimmerern noch gefragt. Das gilt gerade bei der Sanierung von Altbauten. Das Geschäft in diesem Bereich laufe sehr gut, sagt Luib. Der Austragungsort des Bundeswettbewerbs ist eine der bedeutends-ten Schmieden in Deutschland für talentierte Holzbau-Handwerker. Laut Bubiza-Geschäftsführer Helmhard Neuenhagen legen hier im Schnitt 80 (von bundesweit 660) Gesellen ihre Meisterprüfung ab.

Während Nordhessen beim Zimmerer-Vergleich mangels Teilnehmern leer ausging, gewann das 16 Mitarbeiter zählende Bildungszentrum einen Wettbewerb in eigener Sache: Das Bubiza hat sich mit Bundes- und Landeszuschüssen von rund 750 000 Euro zum Kompetenzzentrum für das Zimmerer- und Ausbaugewerbe qualifiziert. Die Urkunde wurde am Samstag in feierlichem Rahmen überreicht. Das Bubiza ist damit bundesweit für die Entwicklung von modernen Methoden zur Handwerkerausbildung zuständig. Auch beim Bildungsexport nach Ägypten und Finnland wirkt es mit. (pdi)

Info: www. bubiza. de

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