Viele enttäuscht: Keine Ausgaben von Charlie Hebdo in Kassel erhältlich

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Kassel. Lange Gesichter bei Kioskbetreiber und Kunden: Die erste Ausgabe des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ nach dem Terroranschlag auf die Redaktion in Paris war am Samstag in ganz Kassel nicht erhältlich.

Keiner der von unserem Kassel-live-Reporter befragten Händler hatte eines der begehrten Hefte geliefert bekommen. „Die Leute rennen uns den Laden ein“, sagt Buchhändlerin Stephanie Sager-Godek von Thalia in der Oberen Königsstraße. „Wir hatten zwar einige Exemplare bestellt, sind aber leer ausgegangen.“

Weil nicht sicher sei, ob es noch Nachlieferungen gibt, nehme man auch keine Bestellungen an. „Soweit ich weiß, gibt es in ganz Kassel kein einziges Exemplar von Charlie Hebdo“, sagt Andriana Zieger vom Tabak- und Zeitungsgeschäft Brzezina in der Kurfürstengalerie. Es seien wegen der enormen Nachfrage in Frankreich offenbar nur 2500 Magazine nach Deutschland geliefert worden.

Auch der Kiosk am Rathaus musste seine Kunden enttäuschen, weil er keine Hefte bekommen hatte. Schon bis zur Mittagszeit gab es hunderte Anfragen, wurde unserem Kassel-live-Reporter berichtet. Im Pressehaus Schmitt & Hahn im Kulturbahnhof hat man sich mit einem handgeschriebenen Schild an der Tür beholfen, um nicht immer wieder die gleiche Frage beantworten zu müssen: „Sorry, wir bekommen keine Lieferung von Charlie Hebdo“ heißt es darauf.

Der Importeur habe nur fünf Prozent der bestellten Hefte erhalten, berichtet eine Mitarbeiterin. „Das ist ein Witz.“ Alle Exemplare für die Unternehmensgruppe seien an Filialen in größeren Städten wie Frankfurt gegangen. (pee/rud)

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