Dorothea Viehmann im Mittelpunkt

Märchenhaftes Programm in Niederzwehren

Umgesetzt: Die Dorothea-Viehmann-Büste des Künstlers Berahma Massoum wurde gestern von der Korbacher Straße zum neuen Märchenplatz gebracht. Die Einweihung des Platzes findet am Freitag, 11. Oktober, statt. Foto:  Fischer

Niederzwehren. Wie sollte es anders sein? Der Stadtteil stellt die wohl prominenteste Niederzwehrenerin in den Mittelpunkt der Feierlichkeiten zum Kasseler Stadtjubiläum. Dorothea Viehmann (1755 bis 1815), deren Fachwerkhaus bis heute in Niederzwehren erhalten ist, erzählte den Märchensammlern Jacob und Wilhelm Grimm zahlreiche Geschichten.

Unter dem Motto „Märchenhaftes Niederzwehren“ will sich der Stadtteil in den kommenden zwei Wochen präsentieren, sagt Ortsvorsteher Harald Böttger, der als Stadtteilbotschafter die Feierlichkeiten auch organisiert hat. Die Märchentage sollen Historie und Moderne im Stadtteil verbinden und somit breite Beteiligungsmöglichkeiten bieten. 26 Vereine und Verbände aus dem Stadtteil haben beim Programm mitgewirkt.

Bei der Eröffnungsveranstaltung, die am heutigen Freitag im Festzelt oberhalb des Einkaufszentrums Dez stattfindet, wird der renommierte Grimm-Forscher Prof. Dr. Heinz Rölleke einen kurzweiligen Vortrag über Dorothea Grimm halten. Nach dem offiziellen Teil wird im Zelt, das den Namen Märchenschänke trägt, mit Musik gefeiert. Für das kulinarische Wohl der Gäste sorgen an diesem Wochenende der Niederzwehrener Gastronom Ralf Gude und Jan Herwig. Auf der Speisekarte stehen neben Klassikern wie Kartoffelrahmsuppe, Bratwurst und Frikadelle auch Geschmorte Hesse. Das ist eine Rinderhaxe.

Ein Höhepunkt des Festprogramms wird die Einweihung des neu gestalteten Märchenplatzes am Freitag, 11. Oktober, 15 Uhr, sein. Das Areal an der Matthäuskirche, von dem man einen wunderbaren Blick auf das Märchenviertel in Niederzwehren hat, ist neu gestaltet worden.

Harald Böttger

Dort fehlt natürlich auch nicht Dorothea Viehmann. Die von dem Kasseler Künstler Berahma Massoum geschaffene Büste der Märchenlieferantin ist bereits gestern von ihrem ursprünglichen Standort an der Korbacher Straße zu dem Platz Am Fronhof gebracht worden. Ein wunderschönes Plätzchen ist dort entstanden. Beschaulich und friedlich.

Stürmische Zeiten scheint Niederzwehren, das erst 1936 von Kassel eingemeindet worden ist, vorerst hinter sich gelassen zu haben. Jahrelang gab es massive Widerstände gegen die Pläne der Stadt, auf dem Areal des Langen Feldes ein Gewerbegebiet anzusiedeln. Nachdem die Bürgerinitiative Pro Langes Feld vor einem Jahr mit einem Bürgerbegehren gegen die Bebauung des Areals vor dem Verwaltungsgericht gescheitert ist, wurde es still um die Kritiker.

Ansonsten gebe es derzeit keine größeren Probleme im Stadtteil, sagt Böttger. Allerdings gebe es immer noch Defizite bei der Umsetzung des Verkehrskonzepts. Zudem sind die Zwehrener darauf gespannt, was aus dem denkmalgeschützten Magazinhof an der Leuschnerstraße wird. Nicht wenige haben gehofft, dass das ehemalige Kornlager der Wehrmacht abgerissen wird. Aber selbst in einem Märchenstadtteil gehen nicht alle Wünsche in Erfüllung.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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