Klinikum hat für leerstehendes Gebäude andere Pläne

Keine Flüchtlinge in Kinderkrankenhaus Park Schönfeld

Käufer im Gespräch: Die Gesundheit Nordhessen Holding verhandelt mit einem Interessenten über den Kauf der leerstehenden Gebäude des Kinderkrankenhauses Park Schönfeld. Foto: Herzog

Kassel. Im ehemaligen Kinderkrankenhaus Park Schönfeld werden keine Flüchtlinge untergebracht. Die Eigentümerin der Immobilie, die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), hat andere Pläne für den Gebäudekomplex an der Frankfurter Straße.

Um den wachsenden Flüchtlingsstrom bewältigen zu können, hatte das Kasseler Sozialamt das Schwesternhaus der Klinik als Flüchtlingsunterkunft nutzen wollen.

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Es gebe einen Exklusivvertrag mit einem Kaufinteressenten, sagte Inga Eisel, Sprecherin der GNH auf HNA-Anfrage. Noch in diesem Jahr solle es einen Abschluss geben. Da mit dem Verhandlungspartner Vertraulichkeit vereinbart worden sei, könne sie keine näheren Angaben zu der zukünftigen Nutzung machen. Bei dem Verkauf gehe es um das gesamte Areal und nicht nur um den Anbau, in dem die Flüchtlinge untergebracht werden sollten.

Bei der Stadtverordnetensitzung am Montag hatte Sozialdezernent Jürgen Barthel bereits angekündigt, dass sich die Pläne für Park Schönfeld als Flüchtlingsunterkunft zerschlagen hätten. Barthel machte noch einmal deutlich, wie dringend Alternativen benötigt würden. Die Plätze in der ehemaligen Jäger-Kaserne seien belegt.

Zukünftig würden die überlasteten Aufnahmeeinrichtungen des Landes Hessen nicht mehr zweiwöchentlich, sondern wöchentlich Flüchtlinge - viele aus Syrien - an die Kommunen zuweisen, erläuterte Barthel. Eine Unterbringung auf dem Kasseler Wohnungsmarkt gestalte sich schwierig. Im Fall einer Flüchtlingsfamilie habe die Stadt deshalb schon ein Hotelzimmer anmieten müssen.

Mehr zum Kinderkrankenhaus Park Schönfeld finden Sie im Regiowiki.

Der Ortsbeirat der Südstadt hat seine eigenen Ideen für die weitere Nutzung der Kinderklinik. In seiner gestrigen Sitzung diskutierte er die Einrichtung von Studentenwohnungen. Dafür gebe einen Bedarf in der Stadt, sagte Harald Doenst, Vorsitzender des Ortsbeirates.

Auf diese Diskussion im Ortsbeirat angesprochen, sagte GNH-Sprecherin Eisel, dass sie solche Pläne nicht bestätigen könne.

Der Ortsbeirat hatte in der Vergangenheit schon einmal für die Einrichtung einer Palliativstation für Kinder in den freigewordenen Gebäuden geworben.

Ende 2011 war die Kinderklinik an den Standort des Klinikums Kassel an der Mönchebergstraße umgezogen.

Von Bastian Ludwig

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