Lärmschutz soll aus Spezialglas bestehen

Keine Gefahr für die Vögel

Baugrundstück in der Nähe des IC-Bahnhofs: An der Heerstraße entstehen 45 Eigentumswohnungen. Für den Lärmschutz an den Bahngleisen sollen gläserne Wände zwischen den Stahlträgern sorgen. Foto:  Fischer

Kassel. Nach der Berichterstattung in der HNA über das Neubauprojekt an der Heerstraße unweit des Bahnhofs Wilhelmshöhe waren die Kasseler Vogelschützer alarmiert. Sie machten sich Sorgen über den geplanten Lärmschutz aus Glas zwischen mehreren Stahlträgern.

„Wenn man dafür normales Glas nimmt, dann wird das zur Todesfalle für Vögel“, sagt Herbert Teuber, der unter anderem im Naturschutzbeirat der Stadt und bei der Umweltorganisation Nabu aktiv ist. Er setzt sich ebenso wie andere Vogelfreunde dafür ein, bei dem Bauprojekt so genanntes Vogelschutzglas zu verwenden.

„Genau das wird geschehen“, sagt Harald Grubschat, der für die Vermarktung der 45 barrierefreien Eigentumswohnungen zuständig ist. Nach Rücksprache mit dem Investor Jochen Hohmann (Künzell) könne er die eindeutige Zusage machen, dass dieses Spezialglas verwendet wird. „Es kann doch niemand wollen, dass Vögel gefährdet werden“, sagt er.

Schutzwirkung bestätigt

Vogelschutzglas wird bei der Herstellung speziell beschichtet. So reflektiert die Scheibe ultraviolettes Licht. Das wird von Vögeln erkannt, für Menschen ist es unsichtbar. Weil Vögel anders sehen, nehmen sie diese Scheibe als Hindernis wahr.

Für das menschliche Auge bleibt die transparente Wirkung wie bei Fensterglas. Das Max-Planck-Institut für Ornithologie hat die Wirksamkeit bei Tests bestätigt. Der Lärmschutz wird nach der bisherigen Planung zwischen 450 000 und 500 000 Euro kosten.

Die Wohnungen an der Heerstraße - das Grundstück war früher ein Behördenparkplatz - werden zwischen 60 und 100 Quadratmeter groß. Sie kosten 2500 bis 2700 Euro pro Quadratmeter und sollen bis zum Jahresende bezugsfertig sein.

Von Thomas Siemon

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