Ärger um die Knolle

Keine Kartoffeln in der Wohnanlage: Engpass ist ein Einzelfall

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Reichlich Nachschub: In der Küche des Augustinums gibt es genug Kartoffeln. Da sind sich Küchenchef Sven Wetter, Betriebsleiter Gerhard Bolte und Stiftsdirektor Ludwig Graf zu Solms-Laubach einig.

Kassel. In der Seniorenwohnanlage Fasanenhof stehen keine Kartoffeln mehr auf dem Speiseplan. Während die GNH von Problemen mit dem Lieferanten spricht, zeigt ein Blick in ähnliche Einrichtungen: Kartoffeln gibt es noch – und sie sind den Senioren wichtig.

„Diese Generation isst gern Kartoffeln. Reis oder Nudeln mögen unsere Bewohner weniger“, berichtet Regina Scarbrough. Sie ist seit 22 Jahren Pflegedienstleiterin des Seniorenzentrums Renthof. Im Renthof stehen laut Scarbrough nahezu täglich Kartoffeln auf dem Tisch. Engpässe habe es in ihrer Zeit bei der Einrichtung noch nie gegeben, versichert die Pflegedienstleiterin.

„Bei uns gab es vor Kurzem noch Rösti. Die bestehen ja auch aus Kartoffeln“, sagt Stephan Eigenbrodt, Leiter des Awo-Altenzentrums Baunatal. Dort macht nach seiner Aussage höchstens mal das Wetter ein Strich durch den Essensplan. „Eine Schweinshaxe anzubieten, wenn es draußen 35 Grad im Schatten hat, ist nicht gesund.“

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Aus der Küche des Augustinums in Kassel hört man Ähnliches. „Bei uns können Sie Kartoffeln essen, bis der Notarzt kommt“, sagt Betriebsleiter Gerhard Bolte.

Trotzdem steht in der Seniorenwohnanlage Fasanenhof statt den Knollen eine „Stärkebeilage“ auf dem Speiseplan. „Wir könnten auch schon Kartoffeln bekommen“, sagt Gisa Stämm, Pressesprecherin der GNH. Allerdings entspräche die Ware nicht den Qualitätsanforderungen. „Was nützen Kartoffeln, wenn sie auf dem Teller zerfallen und nicht schmecken?“ Als Übergangslösung habe sich die Küche entschieden, Püree oder Vergleichbares anzubieten. Diesen Kartoffel-Ersatz habe man als „alternative Stärkebeilage“ angekündigt.

Von Juri Auel

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