Keine Möglichkeit für Kurzparkplätze vor dem Kasseler Finanzzentrum

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Parken vor dem Finanzzentrum: Der Briefkasten befindet sich nur ein paar Meter von der Altmarktkreuzung entfernt. Doch dort gilt Halteverbot. Dennoch stellen sich regelmäßig Autofahrer auf den Gehweg, um rasch ihre Unterlagen fürs Finanzamt einzuwerfen. Reguläre Parkplätze sind erst einige Meter weiter an der Weserstraße.

Kassel. Der Mitarbeiter des Steuerberaters Jochen Bachmann wurde aufgeschrieben, als er vor dem Finanzzentrum am Altmarkt auf dem Gehweg gehalten hat, um Post einzuwerfen. Die Stadt sieht keine Möglichkeit, Autofahrern, die rasch ihre Post abliefern wollen, den Weg zum Fiskus-Briefkasten zu verkürzen.

„Da können wir nichts machen“, sagt Heiko Lehmkuhl, Abteilungsleiter Verkehr im Straßenverkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Kassel, gegenüber der HNA. Grundsätzlich sei zwar denkbar, Kurzparkplätze auf Höhe des Briefkastens am Finanzzentrum einzurichten, doch das sei mit großem Aufwand verbunden. Der Bordstein müsse abgesenkt werden: „Das ist eine aufwendige Sache“, sagt Lehmkuhl.

Außerdem müsste dort wiederum ein Parkschein gezogen werden, sodass Autos dort länger als nur ein paar Minuten stehen dürften. Als Alternative eine Ladezone einzurichten, das bringe allerdings auch nichts, sagt Lehmkuhl: „Das Einwerfen von Post fällt nicht unter den Ladebegriff.“ Dann würden Autofahrer, die nur halten und zum Briefkasten eilen, doch wieder gegen die Regeln verstoßen.

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Weitere Vorschläge stehen zur Diskussion, doch die Frage, ob der Briefkasten verlegt werden kann, hat die Oberfinanzdirektion Frankfurt noch nicht beantwortet. Und noch eine Idee: eine Brötchentaste für kostenloses Kurzparken an den Parkscheinautomaten vor dem Finanzamt. Doch auch das sei nicht möglich, sagt Lehmkuhl: Die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, dass der Versuch mit der Brötchentaste nicht ausgeweitet werden soll.

Derzeit bieten nur die Parkscheinautomaten an der Friedrich-Ebert-Straße das Kurzparken ohne Bezahlung. Und so solle es auch bleiben. Schließlich gingen der Stadt jedes Jahr etwa 30.000 Euro Parkgebühren wegen der Brötchentaste verloren, sagt Lehmkuhl.

Außerdem sichere die Taste nur diejenigen ab, die auf einem regulären Parkplatz halten. Und da hat das Ordnungsamt bereits erklärt, niemanden aufzuschreiben, der statt zum Parkscheinautomat nur rasch zum Briefkasten geht. Jochen Bachmanns Mitarbeiter hatte sein Auto aber auf dem Gehweg abgestellt. Und da werden die Kunden des Finanzamts auch weiter ein Knöllchen riskieren.

Von Marcus Janz

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