Neue Pläne zum Straßenumbau

Keine Radfahrer vor Gloria-Kino

Kassel. Radfahrer sollen nach dem Umbau der Friedrich-Ebert-Straße vor dem Gloria-Kino doch nicht auf dem Bürgersteig fahren. Stattdessen werde man die Radler auf einem 1,25 statt der üblichen 1,85 Meter breiten Schutzstreifen entlang der Fahrbahn führen, berichtete Markus Funke vom Straßenverkehrsamt bei der Sitzung des Ortsbeirats Vorderer Westen.

Mit Jens Herzbruch vom Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz stellte er den neuen Planungsstand vor.

Nur zwei statt vier Bäume

Durch den schmaleren Schutzstreifen, der durch eine durchbrochene Linie markiert ist, bleibe der Gehweg breit genug für Tische und Stühle gastronomischer Einrichtungen. Damit die Radler allerdings sicher in Richtung Innenstadt abbiegen können, müsse eine Linksabbieger-Tasche geschaffen werden. Dafür verzichte man in diesem Bereich auf zwei der vier geplanten Alleenbäume.

Im Ortsbeirat Vorderer Westen sorgten die neuen Pläne für Verwirrung. Im Juni hatten die vom Straßenumbau betroffenen Ortsbeiräte Mitte und Vorderer Westen nach langen Diskussionen zugestimmt, dass die Radfahrer vor dem Kino auf den Bürgersteig ausweichen dürfen. Vor allem unsicheren Radlern wolle man die Weiterfahrt entlang der Straße in diesem sensiblen Verkehrsbereich nicht zumuten: So hatten die Amtsmitarbeiter seinerzeit für diese Variante plädiert. Variante zwei hatte noch einen breiteren Schutzstreifen vorgesehen.

Mehr Platz für Gastronomie

Grundsätzlich sei es schon besser, Radfahrer nicht auf den Gehweg zu lassen, sagten jetzt die meisten Ortsbeiratsmitglieder. Doch sie sei verwirrt, bemerkte Annette Blumenschein (SPD): „Sie selbst hatten doch für die Weiterführung der Radfahrer auf dem Bordstein argumentiert. Was soll man da noch glauben?“

Ortsbeiratsbeschlüsse zu ignorieren, sei nicht seine Art, antwortete Herzbruch. Doch ausschlaggebend sei gewesen, mehr Platz für die Gastronomie zu schaffen, um den Charakter einer Flaniermeile, zu der die Straße umgebaut werden soll, aufrechtzuerhalten. Auch habe man Einwände der Radfahrer- und Sehbehindertenverbände berücksichtigt.

Von einem weiteren Beschluss sah der Ortsbeirat ab. Die neuen Pläne nehme man lediglich zur Kenntnis, sagte Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph (SPD). (ppu)

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