Urabstimmung läuft

Keine Streiks bei der Regiotram bis 6. Januar

Standen zuletzt häufig still: Die Regiotram-Fahrer ließen ihre Bahnen streik- und krankheitsbedingt im November und Dezember sehr oft stehen. Unser Bild zeigt den Bahnsteig am Kasseler Hauptbahnhof. Foto: Fischer

Kassel. Nach Streiks der Lokführer-Gewerkschaft GDL und damit einhergehenden Zugausfällen in den vergangenen Wochen hat die Regiotram Gesellschaft (RTG) ein neues Angebot vorgelegt.

Es sieht die Einführung eines Flächentarifvertrages und bessere Arbeitszeitregelungen vor. Darüber soll am 6. Januar verhandelt werden. Bis dahin werde es keine weiteren Arbeitsniederlegungen geben, sagt Thomas Hupfeld, Vorsitzender der GDL in Kassel.

Sollte die RTG ihr jetzt vorgelegtes Angebot aber nicht noch weiter verbessern und die Gespräche keine Fortschritte bringen, werde der Streik fortgesetzt, so Hupfeld auf HNA-Anfrage. Um diese Drohkulisse aufrecht zu erhalten, hat die GDL ihre Mitglieder bereits zu einer Urabstimmung über einen unbefristeten Streik aufgerufen. Bis 2. Januar soll das Ergebnis vorliegen. Hupfeld geht von einer nahezu 100-prozentigen Beteiligung aus.

„Im vorliegenden Angebot der RTG finden sich positive Ansätze, aber es ist nicht ausreichend“, sagte Hupfeld. So müssten die Ruhezeiten für das Zugpersonal verbessert werden. Auf keinen Fall dürfe es sein, dass die Mitarbeiter auch weiterhin bis zu zehn Tage am Stück arbeiteten. Auch Verspätungsminuten müsse sich das Zugpersonal ab der ersten Minute als Mehrarbeit anrechnen lassen dürfen. Bislang gehe dies erst ab der 15. Minute.

Zudem müsse es Verbesserungen bei der Ruhetagsgewährung geben. Wegen der hohen Arbeitsbelastung hätten einige Lokführer noch erhebliche Urlaubsrückstände. Die RTG habe nicht genügend Triebfahrzeugführer eingestellt oder ausgebildet, bevor sie den Betrieb vor einem Jahr ohne die Bahntochter DB Regio weitergeführt habe.

Wegen Krankheitsfällen werden auch heute und am 2. Januar wieder einzelne Bahnen der Regiotram-Linien 3 und 4 durch Busse ersetzt (siehe Hintergrund).

Bei dem Unternehmen RTG sind nach GDL-Angaben 85 Lokführer und 15 Zugbegleiter beschäftigt. Etwa 30 Lokführer seien Leiharbeitnehmer. Die Gehälter der Regiotram-Führer liegen der Gewerkschaft zufolge bis zu 21 Prozent unter dem Niveau der Deutschen Bahn.

Die RTG ist eine Tochter der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) und der Hessischen Landesbahn (HLB). Diese hatten eine europaweite Ausschreibung des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) gewonnen und den Zuschlag für zehn Jahre bekommen. Die RTG war gestern auf HNA-Anfrage nicht erreichbar.

Hintergrund: Ersatzbusse wegen Krankheitswelle

Aufgrund einer erneut hohen Krankheitsquote unter den Lokführern werden heute und am Freitag. 2. Januar, wieder einzelne Regiotrams durch Busse ersetzt. RT 3: Die Fahrt von Hofgeismar nach Kassel um 19.11 Uhr. In Gegenrichtung: um 18.01 Uhr und um 00.15 Uhr ab Königsplatz. RT 4: Die Fahrten von Wolfhagen nach Kassel um 4.46 Uhr sowie um 22.16 Uhr. In Gegenrichtung: um 6.16 Uhr, 9.46 Uhr und 20.45 Uhr ab Königsplatz.

Von Bastian Ludwig

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