Stadt: Nutzung der Kunstwerkstatt-Räume als Gaststätte ist nicht genehmigt

Kassel. Die städtische Bauaufsicht hat eine Nutzung der Räume der Kunstwerkstatt an der Heckerstraße als Suppenküche und damit als gewerbliche Gaststätte untersagt. Zuvor hatte das Ordnungsamt festgestellt, dass die dort beheimatete Suppenküche ohne Genehmigung betrieben werde.

Eine so genannte Nutzungsuntersagung sei im März zugestellt worden. Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich betont darüberhinaus, dass die Stadt Kassel den Verein Kunstwerkstatt Kassel in den vergangenen Monaten hinsichtlich einer Nutzung der ehemaligen Spielzeugfabrik stets „intensiv beraten“ habe. Die Stadt habe sich „ausdrücklich bemüht, die Arbeit des Vereins“ zu unterstützen.

Mit dieser Aussage widerspricht Happel-Emrich den Darstellungen von Vereinsvorstandsmitglied Petra Sachse. Sie hatte in der jüngsten Ortbeiratssitzung unter anderem gesagt, die Stadt behindere die Arbeit des Vereins.

Die Stadt Kassel hatte dem Verein im Juli 2011 die Nutzung der ehemaligen Spielzeugwerkstatt als Kunstwerkstatt mit Schulungs-, Seminar- und Werkstatträumen erlaubt. Genehmigt war damit die Nutzung für Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit handwerklichen und kreativen Techniken, betont Happel-Emrich.

Der Verein habe Räume und Freiflächen aber auch als gewerbliche Gaststätte sowie für Musikveranstaltungen genutzt. Diese Nutzung sei durch die Genehmigung nicht gedeckt, so Happel-Emrich. Die Stadt habe dem Verein diese „illegale Nutzung der Freiflächen“ im August untersagt. Damit geprüft werden kann, ob die Nutzung des Gebäudes als Gaststätte und andere Veranstaltungen zulässig ist, seien Lärmschutz- und Brandschutzgutachten erforderlich. Auch Parkplätze müssten nachgewiesen werden.

Anfang März habe es aus der Nachbarschaft erneut Beschwerden über Lärm gegeben. Daraufhin sei ein Mitarbeiter des Ordnungsamts vor Ort gewesen. Er habe sich „eindeutig als Mitarbeiter des Ordnungsamtes vorgestellt“. Die Darstellung von Sachse im HNA-Artikel, der Mitarbeiter habe sich als Anwohner ausgegeben sei falsch.

„Die Mitarbeiter unserer Bauaufsicht haben den Vereinsvorstand und den Architekten regelmäßig beraten, was zu tun ist, um die angestrebte Nutzung prüfen zu lassen“, erklärt Happel-Emrich. Der Verein habe aber bislang keine der erforderlichen Unterlagen vorgelegt. So fehlten Untersuchungen zum Lärm- und Brandschutz. Die Kunstwerkstatt habe nicht nachgewiesen, dass er die genehmigten Außentreppen für den Saal im Obergeschoss errichtet hat. „Diese ist aber als Fluchtweg zwingend erforderlich.“

Gegen die Nutzung der Werkstatt im Erdgeschoss als Seminar- und Werkstatträume bestehen seitens der Bauaufsicht keine Bedenken. (chr)

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