Keine Umzingelung durch Windräder: Regionalplanung setzt Grenzen 

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Giganten im Wald: Die 200 Meter hohen Windräder dürfen die Anwohner nicht zu sehr belasten. Ein Umzingelungsverbot soll dies verhindern. Unser Bild zeigt eines der neuen Windräder in der Söhre.

Kassel. Eine Umzingelung von Ortschaften durch Windkraftanlagen soll es in Nordhessen künftig nicht geben. Das hat der Planungsausschuss der Regionalversammlung in seiner Sitzung am Montag in Kassel einstimmig beschlossen.

Bestätigt wurden die bereits gültigen Mindestabstände von 1000 Meter von Windparks zur Wohnbebauung, bei Einzelgehöften müssen die 200 Meter hohen Windräder mindestens 600 Meter Abstand halten.

Das Umzingelungsverbot geht auf Stellungnahmen während der ersten Offenlegung des Regionalplanentwurfs zur Windkraft im Jahr 2013 zurück. 15 000 Bürger hatten sich damals zu den geplanten Windvorranggebieten geäußert.

Das Verbot wurde im Arbeitskreis Energie ausführlich diskutiert und wird nun in die langfristige Planung aufgenommen. Welche Flächen im Einzelnen unter das Umzingelungsverbot fallen, ist noch offen. Der Ausschuss entscheidet darüber am Donnerstag, 6. November, ab 10 Uhr in seiner öffentlichen Sitzung in der Mehrzweckhalle Vellmar-Frommershausen.

„Viele Menschen haben uns geschrieben“, sagte Susanne Linnenweber, Dezernentin für Regionalplanung beim Regierungspräsidium Kassel, der HNA am Rande der Sitzung. Von dem neuen Umzingelungsverbot seien aber wohl nur wenige Flächen betroffen.

Festgelegt wurde, dass in jedem Einzelfall geprüft werden muss, ob eine Umzingelung vorliegt. Wenn ja, dann soll die Belastung durch Änderung des Flächenzuschnitts oder Streichung von Windkraftflächen verhindert werden.

Von Umzingelung sei auszugehen, wenn eine Ortslage im Fünf--Kilometer-Radius von einem (fiktiven) Ortsmittelpunkt von einer mehr als 120 Grad einnehmenden Windfläche betroffen ist, heißt es in dem Beschluss. Bei mehreren Windparks werden die Flächen aufsummiert. Flächen im Norden sollen nachrangig behandelt werden, da Wohngebäude meist nach Süden ausgerichtet sind. Flächen in einer Entfernung zwischen drei und fünf Kilometer sollen schwächer berücksichtigt werden als eine Belastung im Nahbereich zwischen einem und drei Kilometer.

Infos im Internet: www.rp-kassel.hessen.de (Naturschutz und Windkraft)

Von Holger Schindler

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