Einigung nicht in Sicht

Keine Zukunft für Obelisken in Kassel: documenta-Kunstwerk steht vor dem Aus

Kunst mit Botschaft: Der Obelisk in Kassel. Foto: Pia Malmus

Kassel. Nach wochenlangen Diskussionen bahnt sich nun eine Entscheidung in Sachen Obelisk an. Das Kunstwerk hatte keine Zukunft in Kassel. 

Es gibt schlicht keine Zukunft für das documenta-Kunstwerk in Kassel – nicht auf dem Königsplatz, nicht anderswo in der Stadt. Zu diesem Ergebnis lässt sich kommen, wenn alle unterschiedlichen Positionen betrachtet werden. Eine Einigung erscheint unmöglich.

Gegenüber unserer Zeitung bekräftigte Alexander Koch, der Galerist des Künstlers Olu Oguibe, die Haltung der Künstlerseite, die frühzeitig der Stadt mitgeteilt worden sei: Die Spendensumme von 126 000 Euro werde als Kaufpreis akzeptiert, der Standort Königsplatz sei aber unverhandelbar. Deshalb zeigten sich Oguibe in einer Mail an unsere Redaktion und Koch im Gespräch verwundert über die jüngste Aussage der Kulturdezernentin Susanne Völker. Sie hatte den Kontakt zu Oguibe als einseitig dargestellt. Koch sagt aber: „Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Unklarheit.“ Aktuell bestehe daher kein Redebedarf.

Völker setzte zuletzt noch auf Verhandlungen mit Oguibe und seinem Galeristen, nachdem sich die Dezernenten für den Holländischen Platz als Standort ausgesprochen hatten. Für den Königsplatz gibt es nach Lage der Dinge keine politische Mehrheit. Die SPD-Fraktion im Rathaus bereitet einen Antrag vor, in dem ausdrücklich stehen soll, dass der jetzige Standort für den Obelisken ausgeschlossen wird. Auch die Sozialdemokraten befürworten den Aufbau auf dem Holländischen Platz. Die CDU forderte zuletzt, komplett auf den Kauf des Kunstwerkes zu verzichten.

Eine Lösung für einen Verbleib des Obelisken ist somit nicht in Sicht. Das sieht auch Galerist Koch so, zumal die Frage nach dem Standort fester Bestandteil eines Kaufvertrages wäre. Nichtsdestotrotz erklärte Kulturdezernentin Völker gestern noch einmal: „Wir bemühen uns nach wie vor um einen Dialog mit Olu Oguibe, damit die Stadtverordnetenversammlung eine konsistente Grundlage für ihre Entscheidung darüber hat, ob die Stadt Kassel den Obelisk ankaufen möchte.“

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