Chaos bei Radwegebeschilderung: Aufstellerfirma sieht allein die Stadt verantwortlich

Chaos bei Radwegebeschilderung: Aufstellerfirma sieht allein die Stadt verantwortlich

Kassel. In Kassel ist jedes fünfte Radweg-Schild falsch - doch niemand will verantwortlich sein. Nun gibt die niedersächsische Her- und Aufstellerfirma den Schwarzen Peter zurück, den ihr die Stadt zugespielt hatte.

In einer ersten Reaktion hatte das Rathaus den Niedersachsen die Schuld für die falsch gestalteten und montierten Schilder gegeben. Der Firmenchef entgegnet jetzt jedoch, sein Unternehmen habe sich an die Pläne gehalten, die von der Stadt abgesegnet worden seien.

Wie die HNA berichtet hatte, weist das neu eingerichtete Radwegweiser-Netz in Kassel deutliche Mängel auf. Etwa ein Fünftel der für 150 000 Euro gerade erst aufgestellten 1200 Schilder sind falsch beschriftet oder verkehrt angebracht worden.

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Aus Sicht der Stadt Kassel sind die Ursachen dafür nicht im Rathaus zu suchen – zumindest lautete so die Stellungnahme nach einer ersten Anfrage vor zwei Wochen. Angesprochen auf die jüngste Kritik von der niedersächsischen Firma wollte sich Rathaussprecher Hans-Jürgen Schweinsberg nicht konkret äußern. Da der Auftrag noch nicht vollständig abgeschlossen und noch nicht abgenommen sei, könne noch keine Bilanz gezogen werden. Mehr könne er dazu nicht sagen.

Für den Schilderproduzenten, der die Wegweiser auch aufgestellt hat, ist die Situation hingegen klar: „Alle unsere Entwürfe für die Beschriftung haben als Korrekturabzüge vorgelegen und sind so von der Stadt freigegeben worden“, sagt der Firmenchef. Die Pläne, nach denen die Schilder positioniert worden seien, habe ein Ingenieurbüro aus Hannover in Absprache mit dem Rathaus entworfen. Die zuständigen Ämter hätten bei jedem Schritt Einblick gehabt. Deshalb will der Geschäftsführer des Verkehrstechnikunternehmens die Angelegenheit auch nicht auf sich sitzen lassen. Er sieht sich nicht in der von der Stadt eingeforderten Gewährleistungspflicht. Aus dem Rathaus hatte es geheißen, dass die Kosten für die Korrekturarbeiten allein von den beauftragten Firmen zu tragen seien.

Weil auch der Ruf der Firma in diesem Zusammenhang beschädigt worden sei, will die Verkehrstechnikfirma ihre Anwälte einschalten.

Was das Ende des Schilder-Wirrwarrs angeht, teilte Sprecher Schweinsberg mit: „Wir gehen davon aus, dass in einigen Wochen alle Schilder korrekt aufgestellt und montiert sind.“ Einen Großteil der Kosten für die Wegweiser hatte mit 120 000 Euro das Land übernommen. 30 000 Euro kamen von der Stadt.

Von Bastian Ludwig

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