Die Sonderausstellung über die Volksgruppe aus der Eisenzeit ist Höhepunkt der Herbstausstellung

Kelten hatten Sinn für das Schöne - Herbstausstellung in Kassel

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Karin Thiele von der Gärtnerei Thiele auf der Herbstausstellung in Kassel.

Kassel. Rosmarin, Salbei, Oregano oder Petersilie. Diese Kräuter haben bereits die Kelten, eine Volksgruppe, die in der Eisenzeit überall in Europa lebte, verwendet. „Das wissen wir durch botanische Untersuchungen“, sagt Frank Andraschko.

Er ist Leiter der Sonderschau „So lebten die Kelten“. Die Ausstellung ist einer der Höhepunkte der 51. Herbstausstellung, die am Samstag in den Messehallen eröffnet wurde.

Eröffnungstag der Herbstausstellung

Die Besucher bekommen nicht nur die Kräuter der Kelten, sondern auch eine alte Gersten- und Weizensorte, die aus altem Genmaterial nachgezogen wurde, gezeigt. Imposant ist ein nachgebautes Fürstengrab. Der Grabhügel ist in der Mitte der Halle 8 aufgebaut worden.

Viel Schriftliches ist von den Kelten nicht überliefert worden, ihre Druiden haben ihr Wissen immer nur mündlich weitergegeben. Bekannt sei aber, dass die Kelten viel gedrechselt haben, sagt Torben Dannhauser. Er steht an einer Drechselbank und zeigt den Besuchern, wie ein Stuhlbein gedreht wird. Hat das bei den Kelten auch so ausgesehen? „Es könnte so gewesen sein, sehr wahrscheinlich hat es aber anders ausgesehen“, sagt Dannhauser, dessen Drechselbank ein Nachbau aus dem 13. Jahrhundert ist. Fest steht, dass die Kelten Sinn für Schönes hatten, wie die präsentierte Handwerkskunst beweist.

Live-Erlebnis nicht ersetzbar

Auf die Kelten und ihren Sinn für das Schöne ging auch Eva Kühne-Hörmann, Ministerin für Kunst und Wissenschaft, bei der offiziellen Eröffnung der Herbstausstellung ein. Für sie sei es immer wieder interessant, über die Herbstausstellung zu gehen und die angebotene Ware anfassen und verstehen zu können. Auch in Zeiten, in denen immer mehr Menschen über das Internet einkauften, sei solch ein Live-Erlebnis nicht zu ersetzen. Zudem kämen durch die Veranstaltung mit 400 Ausstellern Menschen in die Stadt, die sonst nie nach Kassel kämen.

Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) blickte in seinem Grußwort auf zwei Ereignisse, die Kassel in den nächsten zwei Jahren prägen werden: Die documenta 13 im nächsten Jahr und der 1100. Geburtstag der Stadt in 2013. Hilgen erklärte, dass die Stadt ernsthaft prüfe, ob sie anlässlich dieses Jubiläums den Hessentag ausrichten könnte. „Das muss sich für die Stadt aber wirtschaftlich rechnen.“ Hilgen machte deutlich, dass der finanzielle Aufwand, der solch ein Hessentag bedeutet, durch Fördermittel der Landesregierung kompensiert werden müsse.

Brigitte Thiel, Vorsitzende des Hausfrauenverbands, der auf der Herbstausstellung über Ernährung informiert, warb in ihrem Grußwort für den Beruf der Haushaltsführenden. Aber nicht nur Hausfrauen und Hausmänner finden Praktisches bei der Herbstausstellung. Wundermittel, die jede Kruste vom Herd bekommen oder der neuste und beste Gemüseschneider faszinieren auch jeden Berufstätigen, der den Haushalt nach Feierabend erledigt.

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