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Kevin Hoffmann plant das nächste Kämpferherzen-Treffen für Menschen mit chronischen Erkrankungen

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Von: Anna Weyh

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Kevin Hoffmann, im Internet bekannt als Kevin Kämpferherz, mit dem Video des ersten Kämpferherzen-Treffens. Der Kasseler plant bereits das zweite Treffen.
Kevin Hoffmann, im Internet bekannt als Kevin Kämpferherz, mit dem Video des ersten Kämpferherzen-Treffens. Der Kasseler plant bereits das zweite Treffen. © anna weyh

Kevin Hoffmann aus Kassel ist im Internet als „Kevin Kämpferherz“ bekannt und unterstützt Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen.

Kassel – Mehr als 600 Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die an chronischen Erkrankungen oder Behinderungen leiden, haben sich Anfang Juni in Kassel getroffen. Der Grund dafür: Kevin Hoffmann, im Internet bekannt als „Kevin Kämpferherz“. Der 31-Jährige bekam vor sieben Jahren die Diagnose Multiple Sklerose. Zu dieser Zeit war er halbseitig gelähmt und auf einem Auge blind.

Nachdem er zwei Jahre lang gegen die Depressionen gekämpft hatte, die die Angst vor der Krankheit bei ihm auslöste, hatte er „die Schnauze voll gehabt davon, die Schnauze voll zu haben“, wie der Kasseler sagt. Er erzählte seine Geschichte auf dem Videoportal Youtube – die Resonanz war riesig.

Mittlerweile folgen „Kevin Kämpferherz“ mehr als 7500 Menschen auf Instagram, darunter nicht nur MS-Patienten. „Ich möchte der Mensch sein, der anderen beisteht, egal bei welchem Schicksalsschlag“, sagt er. „Ich möchte das Kämpferherz auch in ihnen wecken.“ Längst kann er nicht mehr alle Nachrichten beantworten, die ihm Betroffene senden. Damit jedem geholfen und zugehört werden kann, hat sich ein Netzwerk aus Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen gebildet, die sich gegenseitig unterstützen.

Kevin Hoffmann wollte den Austausch zwischen diesen Betroffenen aus der digitalen Welt heraus in die analoge holen. Das erste Kämpferherzen-Treffen fand am 4. Juni im Kasseler Kongress Palais statt. „Es kamen mehr als 600 Menschen über den Tag verteilt. Das waren viel mehr, als wie erwartet hätten“, sagt Hoffmann. „Das war einer der schönsten Tage für viele von uns.“ Das Besondere an der Veranstaltung: Es ist organisiert von Betroffenen für Betroffene. „Menschen wie wir sitzen nicht, wie bei so vielen anderen Veranstaltungen, mit dem Rollstuhl am Rand. Wir sind mittendrin“, sagt der Kasseler.

Ihn selbst, sein Team und die zahlreichen Besucherinnen und Besucher habe das Treffen sehr berührt. „Es gab viele Freudentränen, vor allem bei der Abendveranstaltung, als eine Betroffene gesungen hat“, sagt er. Wie viel den Menschen die Kämpferherzen-Community bedeutet, zeigte auch die große Nachfrage nach Tattoos. „18 Leute haben sich das Kämpferherzen-Logo tätowieren lassen. Für einige war es das erste Tattoo“, sagt Hoffmann. „Es wollten sich noch viel mehr tätowieren lassen, aber die Zeit hat nicht ausgereicht.“

Kevin Hoffmann informiert nun wieder online über seine Krankheit und bietet gleichzeitig aber auch anderen Menschen eine Plattform, damit sie über ihr eignes Schicksal berichten können. „So werden auch unbekannte Krankheiten von vielen Menschen gehört“, sagt er. Bei dem Online-Austausch soll es aber nicht bleiben.

„Wir haben da was ins Rollen gebracht, und das soll auch weiterlaufen“, sagt Hoffmann. Das nächste Kämpferherzen-Treffen ist deshalb schon in Vorbereitung und soll am Samstag, 22. Juli 2023 wieder im Kongress Palais stattfinden. Sein Team habe auch dazu gelernt. „Wir wollen noch diverser werden und mehr Menschen ansprechen. Es soll auch etwas für Rheuma-, Diabetes-, Krebs- und Migränepatienten dabei sein“, sagt Kevin Hoffmann. Auch das Thema mentale Gesundheit soll in den Fokus rücken sowie Angebote für Angehörige geschaffen werden.

Der Ticketverkauf soll am 1. Februar über die Webseite kaempferherzen.de starten.

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