Mit 212 Kilo ein federleichter Flitzer

Herkules-Racing-Team hat seinen Rennwagen nochmals verbessert

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Fahren ganz vorn mit: Das Herkules-Racing-Team (hier mit Professoren und Sponsoren) vertritt die Uni Kassel in dieser Saison bei drei internationalen Formula-Student-Wettbewerben.

Kassel. Ihr erstes Top-Ten-Resultat haben sie eingefahren: Nach dem neunten Platz beim Formula-Student-Rennen in Silverstone wollen die Nachwuchskonstrukteure des Herkules-Racing-Teams jetzt noch eine Schippe drauflegen.

Am Mittwoch gehen die Studenten der Uni Kassel in Ungarn an den Start – und wollen dort der internationalen Konkurrenz mit neuem Motor und einem selbst entwickelten Turbolader davonfahren.

„Bei 90 teilnehmenden Teams in Silverstone Platz neun erreicht zu haben, ist überwältigend“, sagt Teamleiterin und Maschinenbaustudentin Agnieszka Fedorov. Seit Oktober hatte die 28-Jährige mit 40 Studenten verschiedener Fachrichtungen einen Rennwagen entwickelt, der laut der Leiterin einen „hohen fünfstelligen Betrag“ gekostet hat. Dem erfolgreichen Saisonauftakt in Großbritannien folgen Starts im ungarischen Györ (26. August) und in Spielberg (Österreich, 29. August).

Schnelligkeit ist nicht alles

Der Reiz der Formula-Student-Rennserie liegt darin, dass internationale Studententeams ihre Fahrzeuge in mehreren Disziplinen beweisen müssen. „Der schnellste Wagen wird nicht automatisch Erster“, sagt Agnieszka Fedorov. So wertet die Jury nicht nur das 22-Runden-Rennen. In die Gesamtwertung fließen auch Spritverbrauch, Beschleunigung, Sicherheit, ein Bremstest sowie die Finanz- und Marketingplanung ein.

Nachdem das vor vier Jahren gegründete Herkules-Racing-Team der Uni Kassel 2011 in Hockenheim mit Platz 62 von 74 Teilnehmern als bester Newcomer ausgezeichnet worden war und im vergangenen Jahr Platz 31 von 76 belegte, „wollten wir in dieser Saison eigentlich nur unter die besten zwanzig Teams fahren“, sagt die Teamleiterin.

www.herkulesracing.de

Dass es in Silverstone für mehr reichte, führt der für den Antrieb zuständige Niklas Heyser speziell auf den 92 PS starken Motor und das geringe Gewicht des 212 Kilogramm leichten Boliden zurück. „Wir sind 30 Kilogramm leichter als beim Vorjahresmodell und liegen in dieser Saison bei Schnelligkeit und Zuverlässigkeit ganz weit vorn“, sagt der 23-jährige Maschinenbaustudent. Theoretisch erreiche der für eine Saison konstruierte Rennwagen Tempo 140, könne diesen Wert aufgrund der kurvigen Strecken jedoch nicht ausfahren.

Neues Fahrzeug des Herkules-Racing-Team

Kurz vor der Abreise zum nächsten Rennen haben die Studenten ihren Sponsoren, Helfern und Professoren jetzt einen verbesserten Motor samt selbst entwickeltem Elektro-Turbolader präsentiert. „Im Gesamtpaket dürften wir nun mit etwa 104 PS einen der leistungsstärksten Motoren in der Formula Student haben, wenn nicht gar den leistungsstärksten“, sagt Niklas Heyser.

Von Sebastian Schaffner

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