Gesundheitsamt veröffentlicht Leitfaden

Kinder kommen oft krank in die Kindertagesstätte

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Kassel. Die Kinder sind krank, Mutter und Vater müssen jedoch zur Arbeit: Der Nachwuchs wird deshalb trotzdem in die Kindertagesstätte gebracht. Für die ist das ein Problem.

Wenn Kinder krank werden, stehen viele berufstätige Eltern oft vor einem Dilemma. Das bekommen auch die Kindertagesstätten in Stadt und Kreis Kassel zu spüren. Denn dort werden immer wieder Kinder abgegeben, die eigentlich zu Hause ins Bett gehörten. „Es ist aufgefallen, dass es hier ein Problem gibt“, sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller.

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Das Gesundheitsamt hat deshalb in Zusammenarbeit mit Kinderärzten eine Tabelle veröffentlicht, die Krippen, Kitas und Schulen Anhaltspunkte gibt, wann Kinder die Einrichtung besuchen dürfen und wann nicht. Kinder, die unter Fieber, Durchfall oder Erbrechen leiden, sollten allein wegen der Ansteckungsgefahr zu Hause bleiben. Wenn die Symptome verschwunden sind, dürften sie relativ schnell wieder in die Einrichtung kommen, bei Fieber beispielsweise nach 24 Stunden, bei abgeklungenen Magen-Darm-Erkrankungen nach 48 Stunden.

Dieser an Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts orientierte Leitfaden sei vor allem auch für die Leitungen der Kindertagesstätten wichtig, die bislang oft unsicher gewesen seien, wie im Einzelfall mit solchen Situationen umzugehen ist. Jetzt gibt es einen klaren Leitfaden, der unter anderem auch darüber informiert, wann Erkrankungen dem Gesundheitsamt gemeldet werden müssen und ob ein Attest erforderlich ist.

Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, sei eine Belastung für die Familien, hält Anne Janz, Dezernentin für Jugend, Schule, Frauen und Gesundheit, vor Augen. Eine deutliche Verbesserung sei aber der gesetzliche Anspruch von Müttern und Vätern auf Krankheitstage, wenn Kinder Betreuung und Pflege brauchen. Auch Netzwerke in den Stadtteilen wie Müttertreffs, Nachbarschaftshilfe und Not-Omas sowie das bundesweit einzige Kasseler Kindergenesungshaus bieten Hilfe für solche Notfälle.

Von Martina Heise-Thonicke

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