Spenden sind über separate Konten gesichert

Insolvente AKGG: Betrieb der sozialen Einrichtungen läuft wie gewohnt

In ihrer Kita läuft alles wie immer: Die fünfjährige Leonora besucht die AKGG-Einrichtung in Wehlheiden. Foto: Janz

Kassel. Vor einer Woche hat die gemeinnützige GmbH des Arbeitskreises Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG) Insolvenz angemeldet. Der Betrieb an den verschiedenen Einrichtungen gehe ohne Beeinträchtigungen weiter, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Carsten Koch.

Der AKGG betreibt mit seinen 253 Mitarbeitern Beratungs- und Betreuungseinrichtungen in Stadt und Kreis Kassel sowie in den Landkreisen Schwalm-Eder und Werra-Meißner.

Vier Kindertagesstätten betreibt der AKGG in Kassel. An der Kita Familienkompetenzzentrum Wehlheiden arbeite das Team wie gewohnt, sagt Brigitte Heller-Plomer. Sie selbst habe schon einmal eine Insolvenz erlebt und versuche deshalb, Eltern und Mitarbeiter zu beruhigen: „Wir werden als Kita gebraucht, deshalb geht es hier sicher weiter.“ Die Novembergehälter, die über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gezahlt werden, seien gestern überwiesen worden, sagte Insolvenzverwalter Koch auf Anfrage.

Die Eltern machen sich zwar Sorgen, doch die frühe und offene Information habe sie beruhigt, sagt Danjela May. Ihr neunjähriger Sohn Nico besucht den Hort am Familienkompetenzzentrum, mit dessen Arbeit sie sehr zufrieden sei. Auch Elvira Stier sieht keinen Grund, sich nach einer anderen Einrichtung umzusehen. Ihre Tochter Leonora geht noch bis zum Sommer in die Kita, und ihren jüngeren Sohn Aron habe sie bereits für Januar 2013 angemeldet.

Lieferanten halten die Treue

Auch die Lieferanten halten dem AKGG die Treue. An den Kitas gibt es weiterhin die tägliche Milch. „Die Kinder können nichts für die Insolvenz“, sagt die Geschäftsführerin einer Firma, die drei der vier AKGG-Kitas mit Lebensmitteln beliefert. Daran werde sich vorerst nichts ändern. Durch die Insolvenzverwaltung habe sie sogar eine höhere Sicherheit, das Geld für kommende Lieferungen zu erhalten. Was mit offenen Rechnungen ist, wird sich im Laufe des Verfahrens zeigen.

Insolvenzverwalter Koch weist darauf hin, dass Fördermittel und zweckgebundene Spenden sicher ihr Ziel erreichten. Sie würden nicht in der Insolvenzmasse verschwinden. Dafür seien separate Konten eingerichtet worden. Auch die Kita in Wehlheiden ist für einige zusätzliche Projekte wie Sport in der Kita auf Spenden angewiesen, sagt Leiterin Heller-Plomer. Wie Koch wirbt sie um das Vertrauen der Unterstützer. Nur so könne der Betrieb tatsächlich ungestört weitergehen.

Von Marcus Janz

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