Aktion Advent

Kinder leiden nach häuslicher Gewalt: Mutter braucht Geld für Fahrten zur Therapie

Wenn Streit in Gewalt umschlägt, hinterlässt das Spuren bei den Opfern.
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Wenn Streit in Gewalt umschlägt, hinterlässt das Spuren bei den Opfern.

Jahrelang drangsalierte ein Mann seine Frau und seine Kinder. Inzwischen leben Mutter und Kinder allein und benötigen dringend finanzielle Hilfe.

Immer wieder gibt es Streit. Irgendwann eskaliert er, mündet in körperliche Auseinandersetzungen. Es hagelt Schläge und Tritte, Beschimpfungen und Demütigungen. So etwas erleben einige Frauen in Deutschland. Jede Vierte wird Opfer von häuslicher Gewalt durch ihren Partner oder Expartner. Häusliche Gewalt hinterlässt hässliche Spuren, unter denen die Frauen ein Leben lang leiden. Müssen Kinder das miterleben, leiden auch sie. Erst recht, wenn häusliche Gewalt ebenso an ihnen ausgelassen wird.

Auch für eine Frau aus Nordhessen und ihre Kinder ist das bittere Realität geworden: Sie wurden vom Mann und Vater körperlich und seelisch misshandelt. Und auch darüber hinaus hat er sich nicht viel ums Familienleben geschert. Er hat über die Maßen Geld ausgegeben und Schulden angehäuft. Mittlerweile wurde er wegen eines Fehlverhaltens auch verhaftet. Heute steht die kleine Familie alleine da – mit dem Leid im Herzen, mit Schulden und mit der Krebserkrankung der Mutter.

Die Kinder haben so sehr unter der häuslichen Gewalt des Vaters gelitten, dass sie in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind und Auffälligkeiten zeigen. Die körperlichen, aber vor allem die seelischen Schäden prägen ihr Leben. Hilfe bekommen sie in einer Therapie. Doch der Mutter, die aufgrund ihrer Erkrankung nicht arbeiten kann und auf eine Schmerztherapie angewiesen ist, fehlt das Geld für die Fahrtkosten zu den Therapien. Sie kann sie weder für die Kinder noch für sich selbst bezahlen. Die Aktion Advent möchte ihr helfen. Die Zuwendung soll die Last der Fahrtkosten mindern. Und das Geld soll auch Weihnachtsgeschenke und Kleiderschränke für die Kinder ermöglichen. (Helga Kristina Kothe)

Opfer häuslicher Gewalt sind zu 81 Prozent Frauen

Laut Informationen des Bundesfamilienministeriums ist jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Etwa jede Vierte wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten. Und die aktuelle kriminalstatistische Auswertung zur Partnerschaftskriminalität zeigt: 2019 wurden 141.792 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Knapp 115.000 Opfer (81 Prozent) waren weiblich. Für das gleiche Jahr belegt die Kriminalstatistik 3430 Fälle von Kindesmisshandlung. Sie bezieht sich jedoch nur auf die angezeigten Fälle. Die Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer nicht angezeigter Straftaten aus. (pke)

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