Auf dem Gelände der Heilhaus-Siedlung entsteht ein Mehrgenerationenprojekt

Kinderhospiz für Kassel

Neues Projekt: Die Heilhaus-Siedlung in Rothenditmold befindet sich mitten im Gewerbepark Clasen (unser Luftbild). An der Brandaustraße (oben links) soll ein zentrales Gebäude mit einem Hospiz entstehen. Foto: Herzog/Charterflug Kassel

Rothenditmold. Das bundesweit erste Mehrgenerationen-Hospiz mit acht Plätzen soll 2014 auf dem Gelände der Heilhaus-Siedlung in Rothenditmold an der Brandaustraße entstehen. Schwerstkranke Kinder und Erwachsene, die nicht mehr geheilt werden können, können dort ihre letzte Lebenszeit zusammen verbringen.

Damit werden in Kassel gleichzeitig vier stationäre Plätze für todkranke Kinder und Jugendliche in einem neuen Gebäude, dem sogenannten Haus der Mitte (siehe Hintergrund) geschaffen.

Die Kinder erhalten dort pflegerische, seelische und medizinische Unterstützung. Ihre Eltern werden professionell betreut und können dort mit den Geschwisterkindern vorübergehend wohnen.

Träger der Einrichtung ist die Heilhaus Kassel gemeinnützige GmbH. In der Siedlung leben und arbeiten Menschen verschiedener Generationen zusammen, die sich der Idee einer Einheit von Geburt, Leben und Sterben verpflichtet sehen und ein Mehrgenerationenhaus betreiben. Die Schirmherrschaft für das Hospiz-Projekt hat Bundesministerin Ursula von der Leyen übernommen.

Zurzeit werde über die Finanzierung und Genehmigung der acht Hospiz-Betten mit dem Verband der Krankenkassen verhandelt, berichtet Geschäftsführer Gerhard Paul von der Heilhaus-Stiftung Ursa Paul. Es bestünden aber gute Aussichten, dass das Projekt jetzt realisiert werde, sagt der Geschäftsführer.

Unterstützung erhalten die betroffenen Eltern und Kinder in der Region seit 2006 vom Ambulanten Kinderhospizdienst Kassel/Göttingen. Eine stationäre Einrichtung für sterbende Kinder gab es im Bereich der Stadt Kassel bislang aber noch nicht.

Vier Plätze sind für Erwachsene im Hospiz im Stadtteil Rothenditmold geplant. Zwei Einzelzimmer und ein Apartment sind für vier unheilbar kranke Kinder vorgesehen. In der Heilhaus-Siedlung befindet sich bereits eine Schule für schwerstkranke Kinder. Deswegen bestünde die Möglichkeit, dass die unheilbar Kranken dort auch zur Schule gehen können, sagt Heilhaus-Sprecherin Stefanie Hirschfeld.

Das einzige hessische Kinder- und Jugendhospiz in der südhessischen Landeshauptstadt Wiesbaden befindet sich 220 Kilometer von Kassel entfernt. Die von der Fuldastadt nächstgelegene Kindereinrichtung befindet sich im 130 Kilometer entfernt liegenden westfälischen Olpe.

Kinderkrankenhaus

Der Ortsbeirat Süd hatte kürzlich die Idee entwickelt, im Kinderkrankenhaus Park Schönfeld an der Frankfurter Straße ein Kinderhospiz einzurichten. Denn das Krankenhaus wird zum Jahresende in den Neubau der Frauenklinik und der Kinderkliniken des Klinikums Kassel an der Mönchebergstraße umziehen. Doch das Klinikum will das Gelände des Kinderkrankenhauses Park Schönfeld verkaufen und die Kindermedizin am Standort Mönchebergstraße bündeln. Ein Kinderhospiz ist dort nicht geplant.

www.heilhaus.org

Von Beate Eder

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