Viele junge Patienten leiden derzeit unter Infekten - Elternhaus soll erweitert werden

Kinderklinik ist schon voll belegt

Liebevoll eingerichtet: Die jungen Patienten auf der Station für Frührehabilitation kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und bleiben oft lange. Hier haben Eltern ein Patientenzimmer mit Spielsachen und Lichtern dekoriert. Foto:  Heise-Thonicke

Kassel. Vor drei Wochen wurde die neue Kinderklinik am Klinikum geöffnet. Seitdem meistern die Mitarbeiter jeden Tag neue Herausforderungen: Die Klinik ist bereits voll belegt, noch wird gebaut und eingerichtet, und Mitarbeiterteams und Abläufe müssen sich noch einspielen.

„Doch bislang hat alles gut geklappt, und wir danken auch den Eltern für Ihr Verständnis“, sagt Dr. Thomas Fischer, Chefarzt der Kinderanästhesie und Intensivmedizin sowie Projektkoordinator für den Neubau.

Thomas Fischer

Bereits am ersten Tag habe man 50 neue Kinder aufgenommen, sagt Fischer. „Am fünften Tag waren 130 von insgesamt 160 Betten belegt.“ Dass die Kinderklinik kurz vor Weihnachten so viele junge Patienten zählt, sei ungewöhnlich. Aufgrund der feuchten Witterung litten viele Kinder vor allem unter Infekten. Zudem gibt es viele Langzeitpatienten zum Beispiel mit neurologischen Erkrankungen. Hier haben sich auch Mütter und Väter bereits häuslich eingerichtet und die Zimmer liebevoll gestaltet.

Carola Thöne aus Diemelstadt zum Beispiel hat in diesem Jahr mit ihrer knapp einjährigen Tochter Lisa bereits 24 Wochen im Krankenhaus verbracht. Seit dem Umzug in die neue Kinderklinik komme sie wieder mehr zur Ruhe, sagt sie. Carola Thöne kann in Lisas Zimmer übernachten und sich hier rund um die Uhr um sie kümmern. In den alten Vier- und Fünfbettzimmern im Kinderkrankenhaus Park Schönfeld sei die Situation oft schwierig und anstrengend gewesen, schildert die Mutter. In der neuen Kinderklinik gibt es nur noch - deutlich größere - Zweibettzimmer mit jeweils eigenen Nasszellen.

Weil in allen Patientenzimmern die Möglichkeit der Monitor-Überwachung besteht und auch überall Anschlüsse für die Sauerstoffversorgung eingebaut wurden, sei auch die Behandlung deutlich einfacher, sagt Fischer.

Zurzeit verfügt die Kinderklinik über 50 Beistellbetten für Eltern. Zehn weitere seien geordert, erläutert der Mediziner. Doch nicht in allen Fällen ist es möglich, Eltern in den Patientenzimmern mit unterzubringen. Für Eltern von Intensiv- und Früh-Rehakindern sowie Frühgeborenen, die eine Übernachtungsmöglichkeit brauchen, suche man dann nach anderen Lösungen.

Die meisten Eltern nutzen das gegenüberliegende Star-Care-Elternhaus, das 2009 von drei Vereinen eingerichtet wurde und betrieben wird. Die sieben Appartements sind jedoch oftmals belegt, sodass hier mitunter nicht alle Eltern untergebracht werden können. Björn Sparr aus Waldkappel, dessen Tochter auf der Intensivstation lag, musste deshalb noch zwei Nächte im Kinderkrankenhaus Park Schönfeld verbringen.

Zurzeit gebe es mehrere Kaufoptionen für die Erweiterung des Elternhauses, sagt Fischer, der auch Vorsitzender des Vereins Hilfe für Kinder und Erwachsene im Krankenhaus ist. Weitere Träger sind der Verein krebskranke Kinder und der Verein der Freunde und Förderer der Neuropädiatrie am Klinikum. Man rechne mit einem Bedarf von zehn bis zwölf Elternzimmern. HINTERGRUND

Von Martina Heise-Thonicke

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