Platz für bis zu 120 Menschen

Kinderkrankenhaus Park Schönfeld wieder im Gespräch als Flüchtlingsheim

Platz für 120 Bewohner: Das Schwesternwohnheim des ehemaligen Kinderkrankenhauses Park Schönfeld ist wieder als Flüchtlingsheim im Gespräch. Zwischenzeitlich war es als möglicher Standort für ein Sportleistungszentrum des türkischen Clubs Galatasaray gehandelt worden.

Kassel. Das ehemalige Kinderkrankenhaus Park Schönfeld war zuletzt als Standort für ein Sportleistungszentrums des türkischen Fußballclubs Galatasaray Istanbul für junge Fußballtalente im Gespräch. Doch auch als Unterkunft für Flüchtlinge wäre die Immobilie wieder eine Option.

An einer Zusammenarbeit in Nachwuchsarbeit halten Galatasaray und der KSV Hessen Kassel nach wie vor fest. „Das ist aber nicht unbedingt an die Immobilie Park Schönfeld geknüpft“, sagte Frank Greizer vom KSV-Aufsichtsrat jetzt auf Anfrage der HNA. Damit könnte die Immobilie an der Frankfurter Straße nun vielleicht doch als Flüchtlingsunterkunft herangezogen werden.

Im ehemaligen Schwesternwohnheim des Kinderkrankenhauses könnten nach Angaben des Sozialamts bis zu 120 Asylbewerber untergebracht werden. Würde das klappen, könnte die Stadt auf die geplante Containerunterkunft in der Nordstadt verzichten, gegen die es im Stadtteil und darüber hinaus massive Bedenken gab.

Ende vergangenen Jahres hatte es schon Gespräche zwischen der Stadt und der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) als Eigentümerin des Kinderkrankenhauses Park Schönfeld gegeben. Dann war der Standort von der Stadt und den Verhandlungspartnern aber für die mögliche Ansiedlung des Sportleistungszentrums zurückgestellt worden. Bis Ende März solle eine Entscheidung fallen, hieß es seinerzeit. Da Galatasaray bislang keine Nutzungsabsicht für das frühere Schwesternwohnheim erklärt habe, komme die Option dort Flüchtlinge unterzubringen wieder in Betracht, bestätigte die Stadt.

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Sozialdezernent Dr. Jürgen Barthel sagte gegenüber der HNA, er habe die Gespräche mit dem Klinikum bereits wieder aufgenommen. Er gehe davon aus, dass es noch im April zu einer Entscheidung komme. Wenn Park Schönfeld zum Flüchtlingsheim wird, wären die Planungen für eine Containerunterkunft für bis zu 150 Asylbewerber in der Nordstadt wären hinfällig.

Für die geplante Unterbringung in Containerbauten hatte die Stadt viel Kritik geerntet. Vor allem der Ortsbeirat der Nordstadt, dem Stadtteil mit dem höchsten Ausländeranteil in Kassel (34,6 Prozent), hatte Bedenken geäußert, dass die Flüchtlinge dort nicht angemessen aufgefangen und integriert werden können.

Auch wenn also in der Immobilie Park Schönfeld vorerst wohl keine Talentschule für Fußballer entsteht, schmieden KSV und Galatasaray weiter an einem engeren Bündnis in der Nachwuchsarbeit. Eine entsprechende Absichtserklärung sei kürzlich unterzeichnet worden, bestätigten beide Vereine. Über die Details der Zusammenarbeit sei Stillschweigen vereinbart worden. Man halte am Plan eines Sportleistungszentrum in Kassel weiter fest, betonte Erdal Keser von Galatasaray. Wo und wie dieses in die Tat umgesetzt werden soll, werde in den kommenden Monaten besprochen. Keser: „Das muss aus unserer Sicht nicht in Park Schönfeld sein, Hauptsache es passt.“

Von Katja Rudolph

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