Spielmobil lud ein zum Protest gegen Hundekot auf dem Spielplatz Hafenstraße

Den Kindern stinkt’s

Bunter Protest gegen Hundedreck: (von links) Andrea (10 Jahre), Efekan (9), Aida (4) und Indira (9) fordern einen sauberen Spielplatz. Foto: Fischer

Unterneustadt. Mehr als 30 Haufen Hundekot haben Kinder an einem einzigen Nachmittag auf dem Spielplatz Hafenstraße gefunden. Mit Fähnchen haben sie die Stellen markiert, damit niemand hineintritt. Mit selbst bemalten bunten Schildern aus Holz wollen sie Hundebesitzer warnen: „Unser Spielplatz ist kein Hundeklo!“

Zu der Protestaktion „stinkfreier Spielplatz“ hatte das Spielmobil Rote Rübe aufgerufen, das sich mit dem Projekt Pep Up für Kinder und Jugendliche in der Unterneustadt engagiert. Mitarbeiter des Spielmobils hatten Kinder befragt, was sie an ihrem Stadtteil stört. „Sie haben sich über die vielen Hundehaufen beschwert“, sagte die Mitarbeiterin Jeannie Womelsdorf. Daraufhin ist die Idee entstanden, Flyer und Plakate zu gestalten, die Hundebesitzer daran erinnern sollen, dass der Dreck beim Spielen im Gras stört.

„Wegen der Haufen können wir uns nicht einfach so ins Gras setzen“, klagt Mirnesa Hot, Mutter von zwei Söhnen. „Vor allem, wenn es so warm ist, stinkt der Dreck extrem.“ Der neunjährige Efekan erzählt, dass er auf dem Spielplatz schon mehrmals in Hundekot getreten ist. „Das klebt dann, und man schämt sich“, sagte er. Deshalb half er mit beim Pfostenaufstellen für die Hinweisschilder, und er gab seinen Händeabdruck für ein buntes Plakat, das sich an den Bürgermeister richtet. Darauf heißt es: „Kasseler Kinder haben ein Recht auf saubere Spielplätze.“

Eltern und Kinder wünschen sich, dass mehr Mitarbeiter der Stadt eingesetzt und mehr Spender für Tüten aufgestellt werden. Bislang gibt es auf der großen Fläche nur einen einzigen Behälter mit Plastiktüten, die zur Beseitigung des Hundekots gedacht sind.

Gerd Saalfeld vom Umwelt- und Gartenamt war zum Spielplatz gekommen, um die Aktion zu unterstützen. Das Amt ist zuständig für die Kontrolle der Geräte und für Sauberkeit auf dem Spielplatz. Er sagte aber, dass die Stadt Kassel nicht genug Personal habe, um ständig auf allen 150 Spielplätzen im Stadtgebiet für Ordnung zu sorgen. Das sei pro Fläche nur einmal in der Woche möglich.

Er appellierte an die Vernunft der Hundehalter. „Sie sollten den Dreck einfach beseitigen“, sagte er. Wer dies nicht tue, riskiere ein Bußgeld von 20 bis 40 Euro. Hunde sind auf dem Spielplatz nur erlaubt, wenn sie an der Leine sind.

Von Stefanie Dietzel

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