So viele Ehen wie zuletzt 2000

Kindersegen: 2012 gab es täglich zehn Babys

Kassel. Vergangenes Jahr kamen 3655 Kinder in Kassel zur Welt – im Schnitt zehn pro Tag. Dies sind 50 Geburten mehr als 2011 und ein neues Zehn-Jahres-Hoch. Damit widersetzt sich Kassel dem Bundestrend, nach dem die Geburtenentwicklung zuletzt rückläufig war.

Einen Höhepunkt erreichten in Kassel auch die Eheschließungen. Mit 985 Paaren gab es 2012 so viele Hochzeiten wie zuletzt zur Jahrtausendwende. Diese Zahlen teilte jetzt die Stadt Kassel mit.

Die Ursache für die positive Baby-Statistik aus dem Kasseler Rathaus muss aber nicht nur mit der Nachwuchsfreudigkeit der Einwohner zu tun haben. Gezählt werden auch Kinder, die in Kasseler Kliniken entbunden werden, auch wenn ihre Eltern in anderen Kommunen leben.

Dass etwa auch die Schließung der Geburtshilfe Witzenhausen im Sommer 2011 sich auf den positiven Trend in Kassel ausgewirkt hat, hält Frank Müsken, Leiter des Kasseler Standesamtes, für denkbar.

Allerdings ist ein kontinuierlicher Anstieg der Neugeborenen schon seit fünf Jahren zu beobachten. Im Jahr 2008 lag die Zahl der Babys noch bei 3378. Für den Landkreis Kassel liegen noch keine endgültigen Zahlen für 2012 vor. Man rechne damit, dass 1500 Kinder – größtenteils in Kliniken in Stadt und Kreis – zur Welt gekommen sind, teilt Kreissprecher Harald Kühlborn mit. Dies sei in etwa das Vorjahresniveau.

Zu den Eheschließungen gibt es noch keine Daten. Der Kasseler Kindersegen wird die langfristige Bevölkerungsentwicklung in der Region aber kaum positiv beeinflussen.

Die Stadt Kassel geht davon aus, dass die Einwohnerzahl von aktuell 194.100 bis 2015 auf etwa 195.000 ansteigen, aber danach abfallen wird. In der optimistischen Variante rechnet das Rathaus für das Jahr 2030 mit 187.000 Einwohnern, im schlechtesten Fall mit 181.000. Für den Landkreis wird bis 2030 mit einem Rückgang von 236.400 auf 212.400 Bewohner kalkuliert.

Heiraten ist in Mode

In der Stadt Kassel gaben sich vergangenes Jahr 985 Paare das Jawort. Ein Jahr zuvor waren es nur 860 gewesen. „Heiraten ist wieder modern. Viele Menschen wollen heute das Gefühl von Zusammengehörigkeit ausleben und ihr gemeinsames Leben in einem festen Bund in Angriff nehmen“, sagte Standesamtsleiter Frank Müsken.

Die heiratsstärksten Monate seien der Juni, Juli und August gewesen. Ab auch das Schnapszahldatum 12.12.12 sei gefragt gewesen. Längst Alltag geworden sei, dass gleichgeschlechtliche Partner eine Lebenspartnerschaft eingehen. Im Jahr 2012 sei dies 17-mal der Fall gewesen.

Von Bastian Ludwig

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