Ärger in Kirchditmold: Pfosten soll Autos stoppen, ärgert aber Eltern

Hält nichts von Pfosten auf dem Bürgersteig: Die rot-weiße Stange auf dem Gehweg an den Kirchditmolder Riedwiesen findet Ortsvorsteherin Elisabeth König unsinnig. Foto: Ludwig

Kirchditmold. Ein kleiner Pfosten löst in Kirchditmold derzeit große Verwunderung aus. Die rot-weiße Stange wurde jetzt von der Stadt mitten auf den Fußweg an der Straße Riedwiesen gesetzt.

Auf den ersten Blick ist der Pfosten vor allem ein Hindernis für Fußgänger. Tatsächlich soll er aber verhindern, dass in der gern als Schleichweg genutzten Straße die Autos auf den Gehweg fahren. Weil die Straße oft einseitig mit Autos zugeparkt ist, weichen viele Fahrer auf den Bürgersteig aus, wenn ihnen ein Fahrzeug entgegenkommt.

Ortsvorsteherin Elisabeth König hat kein Verständnis für diese Art der Problemlösung. „Den Bürgersteig so einzuengen ist nicht in Ordnung. Eltern mit breiten Kinderwagen kommen hier nicht mehr vorbei“, sagt sie. Der Ortsbeirat sei über den Pfosten nicht informiert worden. „Der macht doch auch überhaupt keinen Sinn. Wenn er hier steht, um zu verhindern, dass Autos auf den Bürgersteig fahren, dann müssen sie jede schmale Straße in Kassel mit solchen Pfosten zupflastern“, sagt König.

Tatsächlich ist es der einzige Poller an dem Straßenabschnitt - obwohl das Ausweichen auf den Gehweg theoretisch überall passieren kann. Um dies wirksam zu verhindern, wäre es aus Sicht von König viel sinnvoller, wenn die Anlieger versetzt parken würden. Auf diese Weise werde die Fahrbahn nicht auf einem langen Stück verengt.

Die Stadt sagte auf HNA-Anfrage, der Pfosten sei auf Bitten einer Anwohnerin aufgestellt worden. Diese habe eine Gefahr insbesondere für Kinder gesehen. Kinder könnten von angrenzenden Grundstücken auf den Bürgersteig laufen und von einem Auto erfasst werden. Der Standort sei gewählt worden, weil kurz vorher der Bordstein abgesenkt sei und dies zum Befahren eher einlade.

„Pfosten auf Gehwegen sollen eine Ausnahme bleiben und nur dort zur Anwendung kommen, wo eine eindeutige Gefährdungslage besteht“, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich.

Hintergrund: 80 Autos pro Stunde

Die Straßen Riedwiesen und die parallel verlaufende Oberbinge sind durch den Schleichverkehr stärker verkehrsbelastet als normale Anwohnerstraßen. Etliche Autofahrer nutzen sie, um Staus und Ampeln im Bereich der Harleshäuser Straße und der Kreuzung Loßbergstraße/ Teichstraße zu umfahren. „Auf Basis von Verkehrszählungen können wir aber sehen, dass der Schleichweg inzwischen weniger genutzt wird“, sagt König. Dies sei Ergebnis der drei in den Riedweisen gebauten Verkehrsinseln, die den Verkehrsfluss behindern sollen. Aktuell führen maximal 80 Fahrzeuge pro Stunde durch die Straße. Vor dem Bau der Inseln seien es doppelt so viele gewesen. Allerdings seien wegen der Hindernisse in den Riedweisen nun etwas mehr Autos in der Oberbinge unterwegs. Als die Loßbergstraße im Umbau war, waren es 350 Autos pro Stunde in den Riedwiesen. Die Lage hat sich also entspannt.

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