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Chance für Kirchditmolds Ortskern: Pläne für Umgestaltung

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Von: Bastian Ludwig

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Viel Raum für Autos, Busse und Straßenbahn: Wenig Aufenthaltsqualität bietet der Ortskern von Kirchditmold. Unser
Viel Raum für Autos, Busse und Straßenbahn: Wenig Aufenthaltsqualität bietet der Ortskern von Kirchditmold. Unser Foto zeigt die Teichstraße in Blickrichtung Zentgrafenstraße. © Andreas Fischer

Der älteste Ortskern Kassels soll in den nächsten Jahren aufgewertet werden. Potenzial dafür gibt es: Leerstand, eine unzureichende Aufenthaltsqualität und ungenutzte Grundstücke sind nur drei der Probleme von Kirchditmolds Herzstück, denen sich eine Konzeptstudie widmet.

Kirchditmold - Die Studie war auf Initiative des Ortsbeirates anderthalb Jahre lang mit Stadtplanern, Anwohnern und örtlichen Akteuren erstellt worden.

Kürzlich wurde die Studie als Stadtteilentwicklungskonzept von den Stadtverordneten beschlossen und ist nun öffentlich einsehbar. Sie soll als planerischer Leitfaden für die weitere Entwicklung dienen.

Die Probleme

Eines der Hauptprobleme des Ortskerns ist das Fehlen eines echten Mittelpunktes. In der Teichstraße dominieren die asphaltierten Straßenbereiche und das Gleisbett. Die Studie spricht vom „überdimensionierten Straßenquerschnitt“. Es fehle an Grünflächen, die zum Verweilen einladen. Weil die Bereiche für Fußgänger und Radfahrer zu klein seien, komme es häufig zu Verkehrskonflikten.

Der seit vielen Jahren bestehende Leerstand mehrerer Ladenlokale wird als Schwäche bezeichnet.

In der Kritik der mit der Studie beauftragten Hannoveraner Stadtplaner (Büro Plan zwei) steht auch die Loßbergstraße. Diese sei ebenfalls durch einen überdimensionierten Straßenquerschnitt geprägt. „Daraus ergeben sich Potenziale für eine dichtere Randbebauung mit einer ausgeprägteren Gebäudehöhe“, heißt es in der Studie. Zudem fehlten Bäumen an der Straße.

Als mangelhaft wird für einzelne Altersbereiche das Spielplatzangebot im Ortskern bezeichnet. Es fehle überdies an Flächen für Veranstaltungen (Feste etc.) und öffentlichen Räumen für Begegnungen.

Die Ideen

Um die Aufenthaltsqualität im Ortskern zu erhöhen, könnte der Schulhof der Friedrich-List-Schule für die Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Das Gelände sei bislang weitestgehend abgeschottet und zudem stark versiegelt. Eine Aufwertung wäre sowohl für die Schüler wie andere Nutzer wünschenswert. Zudem ist geplant, die Teichstraße so umzugestalten, dass sie mehr zum Verweilen anstatt zur Durchfahrt einlädt.

Die vielen Baudenkmäler in dem Bereich sollen sichtbar werden. Fuß- und Radverkehr sollen mehr Raum bekommen.

Der Einzelhandel soll entwickelt werden. Vision ist das Einkaufserlebnis vor historischer Kulisse. Ausgebaut werden soll im Ortskern die Nahversorgung (Discounter, Drogeriemarkt, Wochenmarkt). Der Mangel an Nahversorgungsmöglichkeiten wurde von Bürgern häufig benannt, heißt es in der Studie.

Für weiteren Wohnraum, für den es Bedarf gibt, wird eine Verdichtung der Bebauung geprüft.

Die Finanzierung

Mit dem Beschluss des Konzeptes werden die darin enthaltenen Maßnahmen nun aber nicht alle sofort umgesetzt. Zunächst muss die Stadt für eine entsprechende Finanzierung sorgen. Um Fördermittel beantragen zu können, ist das nun erstellte Entwicklungskonzept aber eine wichtige Voraussetzung.

Für drei Maßnahmen konnten bereits Fördermittel des hessischen Programms „Zukunft Innenstadt“ akquiriert werden, teilte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) mit. So werde etwa derzeit ein Mobilitätskonzept erarbeitet, dessen Ergebnisse in einer Erprobungsphase im kommenden Frühjahr in der Praxis getestet werden kann. (Bastian Ludwig)

Studie zum Download: kassel.de/konzeptstudie

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