Buchen waren geschädigt

„Noch schlimmer als gedacht“: Mehr als 100 Buchen mussten an der Hessenschanze in Kassel gefällt werden

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An der Hessenschanze in Kassel mussten über 100 Buchen gefällt werden. Die Bäume waren geschädigt.

An der Hessenschanze in Kassel mussten über 100 Buchen gefällt werden. Die Bäume waren geschädigt.

Im Waldgebiet zwischen Nussbaumallee, Hessenschanze und Rasenallee sieht es momentan stellenweise so aus, als hätte ein gewaltiger Wirbelsturm den Buchenbestand dezimiert. Baumkronen, Stämme und morsche Äste liegen in Knäueln am Hang. Kurz hinter dem Eingang zum Waldlehr- und Kunstpfad ist der Wald stark gelichtet, matschige Furchen ziehen sich durch den Weg.

Dieses Szenario ist das Resultat der „Notoperation“, die Hessen-Forst zum Schutz der Waldbesucher, darunter viele Kita-Gruppen und Schulklassen, in den letzten Wochen vorgenommen hat. Durch die Dürre abgestorbene. von Schädlingen zerfressene Buchen, die umzustürzen drohen, wurden abgeholzt.

„Es ist noch schlimmer, als wir vorher dachten“, sagt Kai-Uwe Hoffmann, kommissarischer Leiter der Revierförsterei Kirchditmold. Er schätzt, dass 500 Festmeter geschädigtes Holz eingeschlagen werden musste. Das durfte - grob geschätzt - mehr als 100 Buchen von stattlicher Größe in einem relativ kleinen Gebiet entsprechen. 

Kassel: Spaziergängerin über Baumfällungen schockiert

Eine ältere Dame, die sich schockiert die Baumruinen an der Nussbaumallee ansah, fragte sich, ob so viel Kahlschlag denn habe sein müssen. Schließlich wirkten einige der abgesägten Stammteile noch gesund. Man habe nur die Bäume abgesägt, die Spaziergängern gefährlich werden können, versicherte Hoffmann. 

Oft sei es so dass der Stamm-Fuß eines Baums schon schwarz und die Krone morsch ist, während der Mittelteil auf den ersten Blick unauffällig wirke. Es gehe nur um die Verkehrssicherungspflicht, nicht ums Geld verdienen. Das Holz der geschädigten Bäume sei sehr schlecht und wahrscheinlich ohnehin nur die Hälfte wert.

Schäden an den Buchen an der Hessenschanze

Die Schäden im Bereich des Waldlehrpfads seien unvermeidbar gewesen, weil dort kein Hubsteiger eingesetzt werden konnte, mit dem man die Bäume gewissermaßen scheibenweise vom Baumwipfel her und schonend für die Umgebung absägen kann, erklärte der Revierförster. Stattdessen kam ein Holzrückeschlepper dort zum Einsatz. Der Hubsteiger habe nur auf der - gut befestigten - Nussbaumallee verwendet werden können.

Die großen Stämme liegen schon aufgestapelt am Wegesrand. Äste und Kronen der Bäume verarbeitet momentan ein riesiger Schredder tonnenweise zu Hackschnitzeln. Diese Baumteile habe man die Firma Rudolph aus Edermünde verkauft, teilte Hoffmann mit. Angesichts der vielen Spaziergänger wolle man den Wald möglichst schnell von dem Einschlag frei räumen. In etwa einer Woche würden die Arbeiten voraussichtlich beendet sein, der beschädigte Weg auf dem Waldlehrpfad werde möglicherweise noch plan geschoben.

Auch auf vielen Kasseler Friedhöfen mussten Bäume gefällt werden. Eine Lösung könnten Amber-Bäume sein, die auch in Kassel gepflanzt werden.

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