Kuriose Entdeckung

"Ich glaub', ich steh' im Wald" - Kasselerin filmt Reh im Garten

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Vom Wald in den Garten: Ein Reh verirrte sich am frühen Dienstagmorgen in Kirchditmold und landete in einem Wohngebiet nahe dem dortigen Edeka-Marktes.

Kassel.  „Was macht denn das Reh im Garten?“ fragte sich Kirsten Dingel am Dienstag verdutzt, als sie kurz nach sechs Uhr aus dem Schlafzimmer blickte.

"‘Ich glaub’, ich steh’ im Wald" – dabei steht Kirsten Dingel aber eigentlich nur am Fenster. Mitten in ihrem Garten nahe des Kirchditmolder Edeka-Marktes steht ein Reh. „Da hab’ ich mich gefragt, wie das arme Tier hierherkommt“, berichtet die 51-Jährige, nachdem sie ihr Handy gezückt und sich mit dem Foto an die HNA-Redaktion gewandt hat. Was sollte sie tun? Offensichtlich hatte sich das Jungtier verlaufen.

„In solchen Fällen sollte man das Tier in Ruhe lassen. Meist findet es irgendwann wieder nach Hause, wenn man zum Beispiel das Gartentor öffnet oder den Zaun anhebt“, sagt Dieter König, Revierleiter des Forstamts Wolfhagen, der auch für die Wälder zwischen Hessenschanze und Herkules zuständig ist. 

Ob das Jungwild von seiner Mutter verstoßen worden sei, lasse sich nur schwer feststellen. „Das ist spekulativ, liegt aber im Bereich des Möglichen, weil es momentan Nachwuchs bei den Rehen gibt. Meist kommt es ein, zwei Mal pro Jahr vor, dass das Wild in Wohngebiete gerät.“ Schon am Vorabend habe sich eine Frau aus Kirchditmold bei ihm gemeldet, führt König aus – gut möglich, dass es sich um dasselbe Tier handelt.

Kirsten Dingel sorgt sich unterdessen um die Gesundheit des Kitzes, das sich insgesamt gut 20 Minuten in ihrem und dem angrenzenden Garten aufhielt und währenddessen sogar von der Nachbarskatze gejagt wurde, die wohl ihr Revier bedroht sah.

„Das war auch für die Katze ungewöhnlich, sie war richtig aufgelöst. Ich hoffe, dass das Reh trotz der Nähe zur Wolfhager und Harleshäuser Straße nicht angefahren wurde. Es war sehr ängstlich, zudem ist der nächste Wald ein Stück weit weg.“

Die Rehe verfolgen auf dem Weg in den Wald indes ihre eigene Taktik: Tagsüber verstecken sie sich in Büschen, ehe sie sich aus dem Schutz der Sträucher wagen und den Weg in ihre Heimatgefilde suchen. Im besten Fall stehen sie dann auch wieder im Wald.

Von Dominik Großpietsch

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