Etliche Interessenten für denkmalgeschütztes Haus

Kirchditmold: Käufer für alte Zentgrafen-Drogerie gesucht

Kassel. Die Regale der alten Zentgrafen-Drogerie in Kirchditmold sind noch gefüllt. Nach dem Tod des Eigentümers Holger Engelmohr, versucht der Insolvenzverwalter einen Käufer für das Haus zu finden.

Bei einem ersten Besichtigungstermin kamen bereits etliche Interessenten. Insolvenzverwalter Dr. Carsten Prall verhandele derzeit mit fünf bis sechs Personen, die ernsthaft einen Kauf des denkmalgeschützten Hauses erwägen, so Prall. Nun soll in einem schriftlichen Bieterverfahren der Höchstbietende ermittelt werden.

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Der Kasseler Insolvenzverwalter würde gerne noch in diesem Jahr den Verkauf abwickeln. Der Prozess wird unter anderem dadurch erschwert, weil der Verkaufsraum noch bis unter die Decke gefüllt ist mit Drogerieartikeln. Eine Räumung würde 10.000 bis 15.000 Euro kosten, so Prall. Weil die Insolvenzmasse dies nicht hergebe, versuche er, das Haus samt Inhalt und antikem Mobiliar zu veräußern. Wenn der Käufer daran kein Interesse habe, werde er einen Verwerter beauftragen.

Blick ins Innere der Drogerie

Derzeit lässt einer der Kaufinteressenten prüfen, ob aus Sicht der städtischen Bauverwaltung eine ergänzende Bebauung des angrenzenden 1600 Quadratmeter großen Grundstücks möglich ist. Dies wäre für Investoren sehr interessant, so Prall. Denn die Sanierung des 1689 erbauten Hauses wird kostspielig und durch den Bau weiterer Wohnungen auf dem Grundstück könnte sich ein solches Investment lohnen – so die Überlegungen.

Das als Oberförsterei errichtete Gebäude bietet auf zwei Etagen gut 220 Quadratmeter Platz. Auch der Heimat- und Geschichtsverein hätte an einer Nutzung des Gebäudes Interesse. Aber nur als Mieter. Vor allem würden die Mitglieder des Vereins gerne den Nachlass des Drogisten Engelmohr sichten. „Wir gehen davon aus, dass wir etliche historische Fotos und Dokumente über Kirchditmold dort finden. Herr Engelmohr und auch sein Vater waren große Sammler“, so Annette Ulbricht vom Bürger- und Heimatverein. Auch hoffen die Vereinsmitglieder, in dem Haus ein aus dem 17. Jahrhundert stammendes Taufbecken aus der alten, bereits zerstörten Kirchditmolder Kirche zu finden. Dieses sei im Besitz der Engelmohrs gewesen.

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