Blaufichten riechen am besten

Beim Weihnachtsbaum entscheiden die Frauen: Das sind die aktuellen Baumtrends

Ins Netz gegangen: Die zwölfjährige Aurelia wollte sich einmal wie ein Tannenbaum fühlen und hatte sich von Mitarbeitern von Hessenforst (von links Kira Schnellbächer, Alena Günther, Nick Raabe, Lasse Oberstraß) durch den Netztrichter ziehen lassen.
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Ins Netz gegangen: Die zwölfjährige Aurelia wollte sich einmal wie ein Tannenbaum fühlen und hatte sich von Mitarbeitern von Hessenforst (von links Kira Schnellbächer, Alena Günther, Nick Raabe, Lasse Oberstraß) durch den Netztrichter ziehen lassen.

Wohlriechend soll er sein, kräftig gewachsen und gut proportioniert: Bei der Auswahl des Weihnachtsbaumes haben die meisten klare Vorstellungen - oder?

Beim Baumverkauf von Hessenforst an der Hessenschanze zeigte sich am Wochenende einmal mehr, dass die Frauen beim Baumkauf das letzte Wort haben. Das hat etwa auch Christoph Hoop erlebt, der mit seiner Frau und Tochter Aurelia einen der gut 900 verkauften Bäume ergatterte.

„Wir haben eine Blaufichte genommen, weil meine Frau einen Weihnachtsbaum wollte, der auch nach Weihnachtsbaum riecht. Ich durfte immerhin die Größe bestimmen“, sagte Hoop.

Zum amüsanten Zeitvertreib hatte sich seine Tochter durch die Netzmaschine – auch Netztrichter genannt – ziehen lassen.

Geruch oder Größe: Blaufichte oder Nordmanntanne?

Tatsächlich verströmen Blaufichten – anders als die begehrten Nordmanntannen – einen intensiven Tannenduft.

Und Theo Arend von Hessenforst kennt noch einen anderen Vorteil: „Blaufichten empfehlen sich auch bei temperamentvollen Kindern, weil die Nadeln ordentlich piksen und die Kinder die Finger vom Baum lassen.“ 

Dennoch sei in den allermeisten Fällen die Nordmanntanne in einer Größe von zwei Metern gefragt. „Das hat sich verändert. Vor 20 Jahren wollten alle Fichten“, sagte Arend. Wegen der trockenen Sommer würden die aber aktuell kein gutes Bild abgeben.

Kirchditmolds gigantische Ausmaße

Susanne Walter-Reineke und Sebastian Reineke sprengten mit ihrem Baum die üblichen Dimensionen. Sie hatten sich für eine mehr als drei Meter hohe Nordmanntanne entschieden. Um die 70 Euro waren dafür fällig.

Entscheidung getroffen: Sebastian Reineke und Susanne Walter-Reineke entschieden sich für eine drei Meter hohe Nordmanntanne.

In ihrer Dachgeschosswohnung mit hohen Decken komme der Baum gut zur Geltung. Mit vielen bunten Kugeln und viel Licht soll er inszeniert werden.

„Aber kein Lametta und kein Gedöns“, sagte Walter-Reineke. Als erfahrene Gärtnerstochter hatte sie mit den Mitarbeitern von Hessenforst erfolgreich um den Preis gefeilscht.

Der Wille der Frau

Bastian Arend, der mit seinen Kindern am alten Forsthaus an der Hessenschanze ebenfalls nach dem richtigen Baum suchte, musste warten. Seine Frau kam später.

Entscheidung getroffen: Bastian Arend und Tochter Finja waren mit dem Kuschelfuchs auf Baumsuche.

Ohne deren Urteil wolle er keinen Baum einpacken. Klar sei aber: „Natürlich soll der Baum gleichmäßig gewachsen sein, aber letztlich ist es ein Naturprodukt.“

Natürlichkeit als A und O

Der Kirchditmolder Pfarrer Christopher Williamson hatte zur Blaufichte gegriffen. Ebenfalls wegen ihres Geruchs.

Entscheidung getroffen: Christopher und Luise Williamson hatten mit Sohn Hannes zur Blaufichte gegriffen. 

Beim Schmuck setze die Familie auf Natürlichkeit: Strohsterne, Holzfiguren und echte Kerzen. Der Baum müsse schön dicht gewachsen sein, damit seine Söhne möglichst viel Schmuck unterbringen könnten.

Die von Hessenforst verkauften Bäume stammen alle von eigenen Flächen im Umland. Inzwischen müsse wegen der trockenen Sommer viel Aufwand betrieben werden für die Aufzucht der Tannenbäume, sagt Theo Arend von Hessenforst.

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