Hessenforst investiert in historische Anlage

Kleinod wird saniert: Forsthaus Kirchditmold soll bis 2022 instandgesetzt werden

Ansicht aus dem Jahr 1954: In dem Stall (links) wurden damals Kühe, Schweine und Geflügel gehalten. Der Schuppen (rechts) ist inzwischen in einem sehr schlechten Zustand.
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Ansicht aus dem Jahr 1954: In dem Stall (links) wurden damals Kühe, Schweine und Geflügel gehalten. Der Schuppen (rechts) ist inzwischen in einem sehr schlechten Zustand.

Das historische Forsthaus in Kirchditmold ist ein Schmuckstück. Nun soll es nach einer Sanierung noch schöner werden.

Kirchditmold – Das Forsthaus an der Hessenschanze blickt auf eine fast 100-jährige Geschichte zurück. Es wurde 1924 erbaut und ist das einzige von drei Forsthäusern in Kassel, das noch vom zuständigen Revierleiter bewohnt wird. Zumindest theoretisch. Denn aktuell steht es leer, weil es saniert werden muss. Gut 100 000 Euro kalkuliert Hessenforst dafür.

Bis zum Abschluss der Arbeiten muss die neue Revierförsterin Dagmar Löffler noch in ihrer vorherigen Dienststelle in Wilhelmsthal wohnen.

Auf dem Gelände des Forsthauses an der Schanzenstraße ist einiges zu tun. Die denkmalgeschützte Anlage besteht aus drei Gebäuden: dem Wohnhaus, einem ehemaligen Stall, der als Dienststelle genutzt wird, und einem Holz- und Geräteschuppen. Investitionsbedarf gebe es vor allem in den beiden Nebengebäuden, sagt Matthias Schnücker, der beim Forstamt Wolfhagen für die Liegenschaften zuständig ist. Das Forsthaus Kirchditmold solle ein „richtiges Vorzeigeprojekt“ werden.

Dafür wird zum einen die düstere Dienststelle entkernt und die Zwischendecke entfernt. Größere Fenster sollen für mehr Licht sorgen. Aktuell präsentiert sich das Büro alles andere als zeitgemäß. Noch gibt es Abstimmungsbedarf mit dem Denkmalschutz, weil der Eingang von der Hof- auf die Straßenseite verlegt werden soll. „Hier gibt es regen Publikumsverkehr. Deshalb ist es wichtig, den Privat- und Dienstbereich zu trennen“, sagt Schnücker. Bislang mussten Besucher über private Flächen gehen, um ins Büro zu gelangen.

Zudem soll der Fachwerk-Schuppen denkmalgerecht saniert werden, weil Gefache sich bereits nach außen gedrückt haben. Mehrere Balken sind morsch. Der Regen hat dem Gebäude zugesetzt.

Hoffen, dass die Sanierung bald losgeht: Matthias Schnücker und Revierförsterin Dagmar Löffler am Forsthaus Kirchditmold.

Neben dem Schuppen ist der Neubau eines Carports geplant, der im gleichen Stil wie der Fachwerkschuppen gestaltet wird. Auch am Wohnhaus sind kleinere Fassadenarbeiten nötig.

Wegen der Abstimmung mit dem Denkmalschutz und der vollen Terminkalender der Handwerker haben sich die Arbeiten verzögert. Revierförsterin Löffler hofft aber, dass sie Ende des Jahres mit ihrem Hund Motte einziehen kann. Es sei wichtig, vor Ort wieder einen Ansprechpartner zu haben. Darauf verweist auch Schnücker. Denn in Löfflers Revier habe der Habichtswald vor allem eine Erholungsfunktion. Durch Corona habe sich der Trend nochmal verstärkt. Wanderer und Spaziergänger müssten wissen, an wen sie sich bei Problemen und Fragen vor Ort wenden können.

Die Größe des Forsthauses mit seinen Nebengebäuden und einem weitläufigen Grundstück hat übrigens mit der Geschichte der Försterei zu tun. Noch bis in die Nachkriegszeit waren Förster Selbstversorger.

Sie hielten Vieh und bewirtschafteten ein Feld und Obstbäume. „Das sollte sie vor Bestechlichkeit schützen“, sagt Schnücker. Das erste Forsthaus in Kirchditmold befand sich ab 1689 in der alten Drogerie an der Schanzenstraße, wo sich heute eine Arztpraxis und Wohnungen befinden. (Bastian Ludwig)

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