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Mehr Sicherheit für Grundschüler: Vor Kirchditmolder Schule wird Schulstraße eingerichtet

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Von: Bastian Ludwig

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Wollen mit Sperre für mehr Schulwegsicherheit sorgen: der stellvertretende Schulelternbeirat Christian Berger und Ortsvorsteherin Elisabeth König.
Wollen mit Sperre für mehr Schulwegsicherheit sorgen: der stellvertretende Schulelternbeirat Christian Berger und Ortsvorsteherin Elisabeth König. © Bastian Ludwig

Die Schulgemeinde der Grundschule Kirchditmold bemüht sich schon seit Jahren um mehr Verkehrssicherheit vor den Toren der Schule. Nun soll ab Montag, zur Europäischen Mobilitätswoche, für vier Tage eine temporäre Schulstraße nach Wiener Modell eingerichtet werden.

Kassel - Dafür wird die Mergellstraße vor der Schule zu den Bring- und Holzeiten morgens und nachmittags für den Autoverkehr gesperrt. So bleibt der sensible Bereich vor der Schule Radfahrern und Fußgängern vorbehalten.

In der Hauptstadt der Alpenrepublik gibt es das Modell der Schulstraße schon länger. Dafür werden dort die Straßen vor den Schulen vor Schulbeginn und nach Unterrichtsende 30 Minuten lang für Kraftfahrzeuge gesperrt. Die Straßenverkehrsordnung in Deutschland lasse eine solche Regelung bislang aber nicht zu, sagt Christian Berger, stellvertretender Schulelternbeirat.

Als zeitlich begrenzter Verkehrsversuch ist die Schulstraße aber von der Straßenverkehrsbehörde in Kassel genehmigt worden. So wird die Mergellstraße im Abschnitt zwischen Wahlershäuser Straße und Hochzeitsweg von Montag bis Donnerstag, jeweils von 7 bis 8 Uhr und 14 bis 15 Uhr, mit einer Barke gesperrt. Vertreter der Schulgemeinde und Anwohner kümmern sich um das Aufstellen und Wegräumen der Absperrung.

Wer nicht auf das Auto verzichten kann oder will, kann die bereits eingerichteten drei Elternhaltestellen nutzen. Diese liegen im Umkreis von 200 Metern um die Schule. Dort können Eltern ihre Kinder absetzen und diese gegebenenfalls zu Fuß bis zur Schule begleiten.

Ortsvorsteherin Elisabeth König (Grüne) freut sich über das Projekt. Es sei mehrfach zu brenzligen Situationen vor der Schule gekommen. Unfälle habe es zum Glück noch nicht gegeben. „Wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen, haben sie in der Situation häufig vor allem die Sicherheit des eigenen Nachwuchses im Blick“, sagt Berger vom Schulelternbeirat. Leider werde auch das absolute Halteverbot vor der Schule, das während der Schulzeiten gilt, längst nicht von allen akzeptiert.

Bei einer Verkehrszählung des ADFC kam heraus, dass zwei Drittel der Kinder inzwischen mit dem Rad kommen. „Aber das eine Drittel sollte man als Gefahrenquelle nicht unterschätzen“, sagt Berger.

Die Anwohner, die in dem temporär gesperrten Bereich wohnen, seien von der Stadt über die viertägige Aktion informiert worden.

Die Grundschule Kirchditmold ist nicht die einzige, die das Modell nächste Woche testet. Auch an der Grundschule Am Heideweg in Wilhelmshöhe wird von Dienstag bis Donnerstag eine temporäre Schulstraße eingerichtet. Auch dort werden Elternhaltestellen als Alternativen angeboten. (Bastian Ludwig)

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