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Einzelhändler in Kassel geschockt - Müssen drei Läden für neue Kita weichen?

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Von: Bastian Ludwig

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Im Ortskern des Kasseler Stadtteils Kirchditmold sollen bestehende Geschäfte an der Zentgrafenstraße für eine neue Kita weichen.

Kassel-Kirchditmold - Nachdem es bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung in Kirchditmold viel Widerstand gegen das Vorhaben gegeben hatte, will nun die Stadt Kassel mit einem Runden Tisch eine Lösung suchen.

Die Betreiberin des von Kündigung betroffenen Kindermodeladens „Piepmatz“, Anke Hoven-Steinhäuser, sowie die Chefin der Zentgrafen Buchhandlung, Sibylle Walz, waren vom Eigentümer der Immobilie mit der Nachricht überrascht worden. „Ich hoffe sehr, dass die Kündigung meines Mietvertrags zurückgenommen wird oder ich zumindest mehr Zeit bekomme, mir andere Räume zu suchen“, sagt Hoven-Steinhäuser. Ihr Vertrag ist ihr zum 31. Dezember gekündigt worden. Mehr Zeit hat die Buchhändlerin, deren Vertrag bis Juli 2023 läuft. Stand jetzt soll er nicht verlängert werden. Das gleiche Schicksal ereilte den benachbarten Heidehof Bauernmarkt. Landwirt Fabian Umbach wurde gekündigt und wird seinen Markt schon Mitte Oktober schließen. Wegen steigender Mieten und Nebenkosten bei gleichzeitig sinkendem Umsatz sei dies für ihn aber verkraftbar.

Kassel: Nachfrage nach Kita-Plätzen in Kirchditmold „sehr hoch“

Der Kasseler Kita-Betreiber AKGG plant schon seit ein paar Jahren, eine Kita im Kirchditmolder Ortskern zu eröffnen. „Die Nachfrage nach Kita-Plätzen ist auch in Kirchditmold sehr hoch und der Bedarf für eine dreigruppige Einrichtung ist gegeben“, so ein Stadtsprecher. Nach dem Rückzug der Kasseler Bank aus der Zentgrafenstraße ergab sich eine räumliche Möglichkeit. Durch zweimalige Eigentümerwechsel der Immobilie verzögerte sich das Projekt. In dem Prozess habe sich herausgestellt, dass die ehemaligen Bankflächen nicht für drei Gruppen geeignet sind, so Sören Link, Geschäftsführer des AKGG. Deshalb wurden die benachbarten Ladenflächen vom Eigentümer als Ergänzung ins Gespräch gebracht.

Diese Geschäftszeile könnte weichen: Die Zentgrafenstraße in Kirchditmold steht vor Veränderungen.
Diese Geschäftszeile könnte weichen: Die Zentgrafenstraße in Kirchditmold steht vor Veränderungen. © Bastian Ludwig

Link will aufgrund der Debatte nun noch mal mit dem Vermieter sprechen. Der Kita-Betrieb solle unabhängig davon zeitnah zunächst in den bereits umgebauten Flächen der ehemaligen Bank starten. Dort sei eigentlich nur Platz für eine Gruppe, aber übergangsweise könnten auch zwei Gruppen untergebracht werden. Es gebe aber Bedarf für drei Gruppen.

Kassel: Viel Geld ist in die Entwicklung des Kirchditmolder Ortskerns geflossen

Von einer Katastrophe für den örtlichen Einzelhandel hatte Ortsvorsteherin Elisabeth König (Grüne) gesprochen. Die jahrelangen Bemühungen des Ortsbeirates und der Händler um ein lebendiges Zentrum würden durch die Pläne konterkariert. Zudem seien viele Tausend Euro Fördergeld in die Entwicklung des Ortskerns geflossen. König ist froh, dass sich der AKGG im Ortsbeirat verhandlungsbereit gezeigt habe. Eine Kita sei nötig, aber nicht mit diesen Konsequenzen.

Aus dem Rathaus heißt es: „Dem Magistrat ist sehr an einem lebendigen und lebenswerten Ortskern in Kirchditmold gelegen. Hierzu gehört neben attraktiven Angeboten im Einzelhandel auch eine bedarfsgerechte Kindertagesbetreuung.“ Beim Runden Tisch mit Ortsbeirat, Eigentümer und AKGG solle nun eine Lösung gefunden werden. Der Eigentümer Coco Real aus Sonthofen hat auf eine HNA-Anfrage nicht reagiert. (Bastian Ludwig)

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