Lebensmittelmarkt in der Riedwiesensiedlung schließt Ende März

Nach 41 Jahren ist Schluss im Edeka im Kasseler Stadtteil Kirchditmold

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Familienbetrieb: Hans Reinhard und Irene Klein führen mit ihrem Sohn Christian den Edeka-Markt in der Riedwiesensiedlung. Am 31. März ist dort nach 41 Jahren Schluss.

Kasseler. Das Edeka im Kasseler Stadtteil Kirchditmold hat mehr als Lebensmittel im Angebot: Seit 41 Jahren gibt es netten Plausch, Koch-Ratschläge und Kredit für gute Kunden.

Nun schließt Hans Reinhard Klein (67) sein Geschäft in der Riedwiesensiedlung, das er gemeinsam mit seiner Frau Irene und seinem Sohn Christian betreibt. Das Ehepaar geht in Ruhestand und hat am 31. März zum letzten Mal geöffnet.

Hans Reinhard und Irene Klein haben den Edeka-Markt an der Straße „Zum Berggarten“ 1976 übernommen. Dieser war 1968 gebaut worden. „In den Anfangsjahren gab es hier noch viele kleine Lebensmittelmärkte im Umfeld“, erinnert sich Irene Klein. Während die Konkurrenz die Segel strich, erweiterten die Kleins ihren Laden 1987 sogar.

Heute gilt der Markt mit 220 Quadratmetern Verkaufsfläche dennoch als klein. Klein machte daraus den Werbeslogan für sein Geschäft: „Der Klein(e) aus der Nachbarschaft“. Mit seiner Auswahl muss sich der Einzelhändler, der acht Mitarbeiter beschäftigt, nicht verstecken. Er bietete das volle Sortiment – zudem eine Wurst- und Käsetheke sowie frische Backwaren.

Aber vor allem die freundschaftlichen Beziehungen mit den Kunden, die in vier Jahrzehnten entstanden sind, machten den Laden erfolgreich. „Etliche Familien kommen seit mehreren Generationen zu uns: Von der Uroma bis zum Enkel“, sagt Irene Klein. Gerade für ältere Menschen sei der Markt auch ein Treffpunkt, um sich auszutauschen.

Blick zurück: So sah der Markt in den Anfangsjahren aus. 1987 wurde er umgebaut und erweitert.

So sind die Kleins oft genug auch Berater in Alltagsfragen von „Was koche ich heute?“ bis „Wie mache ich die grüne Soße“ beantworten sie unzählige Fragen. Stammkunden können Einkäufe zudem anschreiben – enttäuscht wurde das Vertrauen der Kleins nur selten.

Die Familie schließt ihren Laden mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Vor allem für Ältere entstehe eine Versorgungslücke. Reinhard und Irene Klein freuen sich aber auch auf den Ruhestand und die Zeit für das Enkelkind. „Wir wollen das Kapitel positiv beenden und nicht warten, bis wir aus wirtschaftlichen Gründen dazu gezwungen sind“, sagt Klein.

Denn in einigen Jahren sei es wohl kaum mehr möglich, sich gegen die großen Märkte zu behaupten. Mit gutem Service – Lieferung nach Hause, Einkäufe zum Auto tragen – war ihnen dies bislang gut gelungen.

Was aus der Immobilie in attraktiver Lage wird, ist noch offen. Sohn Christian hatte sich dazu entschieden, nicht als Nachfolger in den Betrieb einzusteigen.

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