Wohnzimmer war verwüstet

Polizei umstellte Haus: Einbrecher entpuppte sich als Waschbär

Einbrecher entpuppte sich als Waschbär: Auf dem Foto ist natürlich nicht das Tier zu sehen, das am Dienstag für einen Polizeieinsatz in Kirchditmold sorgte. Archivfoto:  dpa

Kirchditmold. Einen tierischen Polizeieinsatz gab es am Dienstagabend in Kirchditmold: Mehrere Streifen der Polizei waren wegen eines Wohnungseinbruchs ausgerückt.

Letztlich nahmen die Polizisten aber keinen gewöhnlichen Einbrecher fest, sondern stellten einen recht possierlich anmutenden Täter: einen Waschbären.

Der 29-jährige Sebastian S. war gegen 20.45 Uhr in das Haus seiner Eltern gekommen, die gerade im Urlaub sind. Eigentlich wollte er dort Fußball auf dem Sender „Sky“ gucken. „Als ich reinkam, hat es geraschelt, als ob sich jemand versteckt.“ Nachdem er einen Blick ins Wohnzimmer geworfen habe, habe er einen Schreck bekommen. Die Rollos waren zerrissen, sodass Sebastian S. davon ausging, dass jemand das Fenster eingeworfen hatte. CDs lagen rum, der Fernseher war umgeworfen, die Sky-Kabel aus der Wand gerissen. „Das sah nach Einbruch aus. Ich bin direkt raus und habe die Polizei gerufen.“

Nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Mänz schickte die Leitstelle mehrere Streifen, um den offenbar noch in dem Wohnhaus befindlichen Täter dingfest machen zu können.

Die Polizei sei schnell und mit einem Großaufgebot gekommen, sagt Sebastian S.. „Zehn Polizisten haben das Haus umstellt, zehn weitere sind rein.“ Nachdem die Beamten keinen Einbrecher entdeckt hätten, sei auch er ins Haus gegangen.

Tatzenspuren am Fenster

„Ein Polizist hat dann Tatzenspuren am Fenster entdeckt und gefragt, ob hier ein Hund lebt“, sagt der 29-Jährige. Seine Eltern hätten zwar einen Hund, von dem konnten die Spuren aber nicht stammen.

Den Polizisten habe sich bei der genaueren Betrachtung der Spuren immer mehr der Verdacht aufgedrängt, dass hier kein Profi-Einbrecher, sondern eher ein seinen Instinkten folgender Täter am Werk gewesen ist, sagt Mänz. Letztlich kamen die Beamten und Sebastian S. zu dem Schluss, dass es sich beim Täter nur um einen Waschbär handeln konnte. Bei der erneuten Durchsuchung fanden sie den Eindringling schließlich im Keller. „Der kleine Waschbär saß völlig zusammengekauert und dehydriert in der Ecke“, sagt Sebastian S.. Das Tier sei so fertig gewesen, dass es sich ohne Widerstand habe fangen lassen. „Das ist für Waschbären schon ungewöhnlich.“

Früher sporadisch auf dem Dach

Er ist sich fast sicher, dass das Tier verdurstet wäre, wenn er erst einen Tag später das Haus seiner Eltern aufgesucht hätte, sagt Sebastian S. Seine Eltern seien natürlich sehr erschrocken gewesen, als sie von der Verwüstung erfahren hätten. „Früher sind Waschbären sporadisch auf dem Dach gewesen.“ Sein Vater habe aber verschiedene Sicherheitsvorkehrungen getroffen und deshalb auch die Bäume geschnitten.

Die Ermittlungen der Polizei ergaben dann, dass sich der Waschbär offenbar zunächst durch das Gitter eines Lichtschachts eines Kellerfensters gequetscht hatte und anschließend durch einen schmalen Lüftungseinlass in der Hauswand in den Keller des Hauses eingestiegen war, so Mänz. Die Polizisten fanden entsprechende „Fellspuren“ an der Einstiegsstelle.

Die Polizisten nahmen den Waschbären zwar nicht fest, aber mit.

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