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Protest gegen Kita-Pläne: Tausende Unterschriften für Kompromiss in Kassel

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Von: Matthias Lohr

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Die Aktionsgruppe „Kita ja, Läden ja, Lösung möglich“ übergibt 2200 Unterschriften an Stadtbaurat Christof Nolda (links) von den Grünen.
Die Aktionsgruppe „Kita ja, Läden ja, Lösung möglich“ übergibt 2200 Unterschriften an Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (links) von den Grünen. © Matthias Lohr

Kita-Pläne in Kassel sorgen für Aufregung. Für die Einrichtung sollen drei Geschäfte weichen. Nun wurden 2200 Unterschriften gegen die Pläne übergeben.

Kassel – Im Streit um die Pläne für eine neue Kita in Kassel-Kirchditmold gibt es Hoffnung auf einen Kompromiss. Eine Aktionsgruppe übergab gestern am Rathaus 2200 Unterschriften, die sich gegen die erweiterte Kita-Planung in der Zentgrafenstraße aussprechen. Für die müssten drei Läden in der Ortsmitte weichen. Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne), der die Unterschriften mit seiner Parteikollegin Nicole Maisch (Dezernentin Jugend und Bildung) entgegennahm, sagte: „Wir hoffen, dass wir eine Lösung finden, mit der Kirchditmold leben kann. Ganz einfach ist das nicht. Es kann nur ein Kompromiss werden.“

Seit Monaten sorgen die Pläne nicht nur im Stadtteil für Aufregung. Der Protest richtet sich nicht gegen die Kita an sich, die in einer ehemaligen Bankfiliale eingerichtet werden soll. Es geht um die erweiterte Planung. Ursprünglich sollte es eine Erweiterung nach hinten geben. Nun sollen für die neue Einrichtung aber drei Geschäfte weichen. Die Metzgerei ist bereits geschlossen, der Kinder-Secondhand-Laden würde folgen, die Buchhändlerin Sybille Walz müsste ihr Geschäft zum 31. Juli schließen, wie sie sagt.

Kita-Pläne in Kassel-Kirchditmold: „Belebung des Ortskern im Keim erstickt“

Viele im Stadtteil sehen die Pläne so wie der Verein Bücherei Kirchditmold, der in einer Pressemitteilung feststellt: „Damit wäre die zentrale Achse des Ortskerns durch die Kita besetzt, sodass die seit Jahrzehnten angestrebte Belebung des Ortskerns im Keim erstickt würde.“

Auf den Protest hat mittlerweile auch der Vermieter der Immobilie reagiert. Christoph Breher von der Firma Coco Real aus dem Allgäu erklärte auf Anfrage, dass man derzeit nochmals Alternativen prüfe, „bei denen die Ladengeschäfte erhalten bleiben könnten“. Sie waren bei einem Runden Tisch im Oktober erarbeitet worden. Bei einem weiteren Termin im Januar sollen sie besprochen werden. Zugleich bemühten sich Ortsbeirat und Stadt um „bestmögliche Ersatzflächen“ für die betroffenen Geschäfte.

Kita-Pläne in Kassel-Kirchditmold: Keine bezahlbaren Alternativstandorte?

Während sich der Kita-Träger AKGG nicht äußern wollte, sagte Buchhändlerin Walz, dass es keine bezahlbaren Alternativen in der Nähe ihres jetzigen Standorts gebe. Sie hofft weiter auf eine Perspektive für ihren seit sechs Jahren bestehenden Laden: „Die Unterstützung ist riesig. Kirchditmold ist super.“

Ortsvorsteherin Elisabeth König (Grüne) findet es beachtlich, wie viele Menschen gegen die Kita-Pläne unterschrieben haben: „2200 Unterschriften sind fast ein Viertel der Einwohner unseres Stadtteils.“ Gestern am Rathaus machten zwei Dutzend Kirchditmolder mit Schildern deutlich, dass sie nicht gegen die Kita an sich sind. Die Aktionsgruppe, die die Unterschriften sammelte, heißt: „Kita ja, Läden ja, Lösung möglich.“ (Matthias Lohr)

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